CO2-neutral: Der moderne Ablasshandel?

Kohlenstoffdioxid (CO2) ist gar nicht so schlecht wie sein Ruf, doch wie so oft macht wieder einmal die Dosis das Gift.
Können wir die Erderwärmung doch noch stoppen?
Und was kann der Einzelne tatsächlich bewegen?

Ein wenig CO2 im Mineralwasser sorgt für angenehmes Prickeln auf der Zunge, zu viel CO2 aus der defekten Therme behindert die Aufnahme von Sauerstoff im menschlichen Organismus und kann zum Erstickungstod führen. In großem Stil trägt CO2 als sogenanntes „Treibhausgas“ zur Erderwärmung mit all ihren Folgen bei: die Polkappen schmelzen, der Meeresspiegel steigt und Extremereignisse wie Dürre, Überschwemmungen oder Stürme nehmen zu. Und Wissenschaftler lassen keinen Zweifel daran, dass die CO2-Emissionen das natürliche Gleichgewicht an vielen Ecken ins Wanken bringen. Der Klimawandel ist in vollem Gange, außer die Weltbevölkerung könnte es schaffen, durch einen entsprechenden Lebensstil diese Erderwärmung auf plus 2 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.         
Doch das haben wir trotz vieler Klimakonferenzen und guter Absichtserklärungen noch längst nicht zuwege gebracht. Die gute Nachricht ist, dass wir von der magi-schen Grenze noch ein wenig entfernt sind – wir liegen etwa knapp über der Halbzeit. Die schlechte Nachricht: Selbst wenn wir den Ausstoß sämtlicher Treibhausgase mit sofortiger Wirkung stoppen würden, könnte man den Prozess nicht gleich völlig aufhalten, denn das System „Umwelt“ reagiert hier sehr träge. Und „wir“ heißt zumindest,  dass wir keine Verantwortung so einfach abschieben können. Jeder Einzelne kann etwas dazu beitragen, gefordert sind nicht nur Regierungen oder Industrieunternehmen, sondern auch Konsumenten.
Die europäische Wirtschaft hat sich bis zum Jahr 2050 das Ziel gesetzt, die Emissionen von allen Wirtschaftsunternehmen um 80 % gegenüber dem Stand von 1990 zu senken. Ebenso engagierte Etappenziele sind die Verringerung um 40 % bis 2020 und um 60 % bis 2040. Das erfordert jedoch ein breites Umdenken – allen voran in der Stromerzeugung, der Industrie, dem Verkehr, dem Bauwesen oder der Landwirtschaft.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.