Energieeffizient, preisstabil und unglaublich komfortabel

Die Nachfrage nach Nahwärmenetzen im ländlichen Raum wurde durch den Ölpreisverfall zwar kurzfristig etwas gebremst, wird sich aber langfristig wohl fortsetzen. Denn zu stark sind die Argumente, die dafür sprechen.

Nahwärmenetze funktionieren technisch praktisch genauso wie ihre großen urbanen Geschwister, die Fernwärmenetze: Von einer Heizzentrale aus werden dabei Einzelobjekte, Betriebe, Siedlungen oder ganze Gemeinden mit Wärme versorgt. In den Heizwerken wird dazu Wasser von einem Wärmeerzeu-ger erhitzt und über ein Leitungsnetz in die dem Netz angeschlossenen Gebäude gepumpt. Dort sorgt eine „Wärmeübergabestation“ dafür, dass die angelieferte Wärme im benötigten Ausmaß in das interne Heizungssystem bzw. die Warmwasseraufbereitung übernommen wird. Über einen Rücklauf fließt abgekühltes Wasser in die Heizzentrale zurück, der Kreislauf schließt sich.

Um ein Gebäude in das Nahwärmenetz zu integrieren, sind in der Regel nur minimale Adaptionen am bestehenden Heizsystem notwendig. Da in der Regel Biomasseheizwerke als Wärmequelle eingesetzt werden, werden außerdem finanzielle Förderungen vergeben, weil damit die energiepolitische Zielset-zung einer verstärkten Ausrichtung der gesamten heimischen Energieversorgung in Richtung erneuer-bare Energiequellen unterstützt wird.

Aus den genannten Gründen war in den vergangenen Jahren ein wahrer Boom in der Nachfrage nach Nahwärmenetzen zu beobachten, vielfach von den Kommunen selbst ausgehend. Rund 2.500 solcher dezentraler Netze gibt es inzwischen österreichweit, schätzt Ing. Harald Kaufmann, Geschäftsführer des nahwaerme.at-Netzwerks. Aktuell hat sich die rasante Entwicklungskurve zwar deutlich abgeflacht, was einerseits mit einer gewissen Marktsättigung zu erklären sein dürfte, vor allem aber mit dem ex-trem niedrigen Öl- und Gaspreis, der derzeit viele zögern lässt, von fossilen auf erneuerbare Energie-quellen umzusteigen. Langfristig wird sich der positive Trend aber fortsetzen, ist jedenfalls Kaufmann überzeugt. Nahwärmenetze können beliebig viel zwischen einigen wenigen und Hunderten Objekten versorgen.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.