Das kommt mir nicht in die Tüte!

Unsere Großeltern kauften verpackungsfrei ein, weil sie es vom Greißler ums Eck nicht anders kannten. Wir möchten auf den zusätzlichen Müll auch gerne wieder verzichten. In immer mehr Geschäften ist das mittlerweile möglich und Carmen Hafner hat sich dort für uns umgesehen.

Pro Person und Jahr fallen auf uns Österreicher etwa 130 Kilogramm Verpackungsmüll zurück. Plastik, das um die frischen, regionalen Biotomaten gewickelt ist. Der Kunststoff zwischen unserem Früh-stücksmüsli und seiner papierenen Außenhülle. Gleichgültig ob biologisch oder nicht, die Produkte werden zumeist in bestimmten Verpackungsgrößen in den Markt geliefert und dort so zum Verkauf

angeboten. Ob der Verbraucher genau diese Menge auch benötigt, ist die nächste damit verbundene Ungereimtheit: Viele Lebensmittel wandern in den Müll, bevor sie verderben. Oder sie werden schlecht, weil sie einfach nicht rechtzeitig verwertet werden können.

Weniger Abfall. Gegen diese Problemstellungen kämpft die Zero-Waste-Bewegung an. Der Leit-gedanke ist, unnötigen Abfall zu vermeiden. Und zwar gleich direkt beim Einkauf als Verpackung, sowie später, wenn die erworbenen Dinge vielleicht nicht zur Gänze aufgebraucht werden. Das ist aber natürlich einfacher gesagt, als getan. In den meisten Supermärkten gibt es keine losen Produkte zu erwerben, abgesehen von etwas Obst und Gemüse – aber wo dieses liegt, warten praktische, kleine Plastiksäckchen darauf, die unverpackten Bananen zur Kasse zu befördern. Um daheim bestenfalls noch mal Anwendung als Biomüll-Sack zu finden, aber auch nur bei den bewussten Konsumenten.

Um wirklich weniger Müll anfallen zu lassen, ist also eine Bewusstseinsänderung seitens der Verbrau-cher wünschenswert und überaus hilfreich. Das alleine reicht aber nicht aus. Glücklicherweise haben sich in letzter Zeit immer mehr findige und nachhaltig agierende Geschäftsleute bemüht, beim Ange-bot unverpackter Waren nachzuhelfen. Deutschland hat es uns vorgemacht, aber auch in Österreich kann man in mittlerweile drei Städten in Läden aus dem Sortiment wählen, ohne eine Verpackung ent-sorgen zu müssen.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.