AQUAPONIC: Fisch trifft Gemüse

Auf der Suche nach nachhaltigen, urban nutzbaren und Ressourcen schonenden Produktionsformen wurde Aquaponic entdeckt. Was in den USA längst gelebter Trend ist, gilt bei uns eher als Fenster in die Zukunft der Ernährung. Doch was nicht ist, kann ja noch werden.

Über die Zukunft der Lebensmittelproduktion zerbrechen sich viele Menschen die Köpfe. Zahllose Kriterien gilt es zu erfüllen: weniger Fleisch und mehr Fisch, mehr Gemüse, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung, Platz sparend und breitenwirksam, gesundheitsfördernd und wohlschmeckend und wohl noch so einiges mehr. Zu dumm, dass die eierlegende Wollmilchsau zwar sprichwörtlich, aber eben noch nicht erfunden ist. Oder gibt es sie doch schon irgendwie?

Zumindest nach Anklängen an die eierlegende Wollmilchsau klingt Aquaponic. Gert Zechner und Siegfried Hülsner haben im April 2016 PONGANIC gegründet, nachdem sie als Vorstände des Vereins Aquaponic-Austria auf reges Interesse gestoßen sind. Aber schon ab Juni 2016 werden sie in ihrem Lebensmittelladen – dem PONGANIC concept store – Interessenten Rede und Antwort stehen. Geplanterweise werden ab 2018 die Wiener mit frischem Fisch und Gemüse aus einer Aqua-ponic-Anlage nahe dem Wiener Hauptbahnhof versorgt werden, denn genau das ist es, was der neue Trend in Symbiose erzeugt: Fisch und Gemüse gedeihen in einem natürlichen Kreislaufsystem für Wasser und Nährstoffe. Zechner weiß mehr über das vielversprechende Projekt: „Aquaponic hat seinen Ursprung bei den Azteken. Damals wurden zur Bepflanzung Teichufer und Flöße eingesetzt, um die Fischbesatzdichte in Bergseen zu erhöhen, die nur einen kleinen Zulauf besaßen“, erzählt der engagierte Unternehmer. Seit den späten 70er-Jahren gibt es Aquaponic in den USA und Australien, in Europa waren diese Projekte aufgrund hoher Energiepreise und ineffizienter Pumpenleistungen kein Thema. „Die Bemühungen der innerstädtischen Gemüseproduktion blieben in der Forschung stecken und Pilotprojekte verschwanden wegen ihrer Unwirtschaftlichkeit schnell wieder. Eine Aus-nahme ist jedoch die GNZ GmbH, ein Partnerunternehmen des Vereins Aquaponic-Austria und der Betrieb meines Vaters im Burgenland. Dort wird seit 2011 auch eine Trainings- und Forschungsanlage betrieben, die nach Voranmeldung besichtigt werden kann“, macht Zechner neugierig.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.