10 JAHRE BIO

BIO, MEIN BIO!

Seit 10 Jahren gibt es bereits das bioMagazin – die 1. Ausgabe erschien am 18. Mai 2006. Was ist in dieser Zeit alles passiert, was ist gekommen und was gegangen? Und wo geht bio hin? Zehn Jahre bieten Raum für viele Entwicklungen, positive wie negative. Was die gesamte Umweltszene bewegt hat – der Versuch einer Bestandsaufnahme.

Während die einen zur Promotion der Kernenergie die „Miss Atom“ küren, Plastic Planet im Fern-sehen läuft und die Welt den Klimagipfel verfolgt, versuchen die anderen mit E-Autos und Gemeinschafts-gärten die Welt zu retten. Gleichzeitig geht’s im Flieger ab in den Tauchurlaub in der Südsee, nicht ohne vorab das vegane Bordmenü zu bestellen. Im Koffer natürlich die hautfreundlichen Öko-Textilien, zu Hause läuft die Rasenbewässerung, damit die vier Wände auch gut in Schuss sind, wenn keiner daheim ist. Zoogeschäfte verkaufen neuerdings Hühnerställe fürs gesunde Frühstücksei neben Tropenfischaquarien für Aquaristik-Liebhaber. Wir sammeln, trennen, kompostieren und suchen nach

Alternativen für Plastik, Fleisch und Sprit. Wir haben aber gleichzeitig kinoleinwandgroße 3D-Bildschir-me im Wohnzimmer und das neueste Smartphone in der Tasche. Der Öko-Unternehmer Heinrich Staudinger wird zur Staatsaffäre und schafft mit seinen alternativen Finanzierungsideen eine erste Öffentlichkeit für Crowdfunding. Fazit zu zehn Jahren Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Bio, Öko oder wie es sonst noch heißt: Nichts passt mehr zusammen und alle Macht geht wohl doch vom Volke aus oder

geht es dem Volke aus?

In der Konsum-Endlosschleife. Die Frage, wie viel Mensch die Erde noch verträgt, ist längst in den Hintergrund gerückt, auch wenn sich viele der Nischenthemen der Umweltbewegung auf die zentrale Botschaft reduzieren lassen: Wir verbrauchen zu viele Ressourcen und das tut uns und der Umwelt nicht gut. Ob Energie, Ernährung, Verkehr oder Handelsgüter – es ist das „zu viel“ von allem, das in den letzten zehn Jahren eine Dynamik erreicht hat, die eine Prognose für die nächsten zehn Jahre fast unmöglich macht. Das Internet ist der Grund dafür, denn damit können wir rund um die Uhr, gren-zenlos und scheinbar uneingeschränkt jeglicher Ressourcenökonomie kommunizieren und konsumie-ren. Waren vor zehn Jahren noch etwa die Hälfte aller Österreicher ab 14 Jahren regelmäßig im Internet, sind es derzeit bereits knapp 90 %, etwa ebenso hoch ist der Anteil der Handybesitzer, die damit ständig mobil mit der Welt in Kontakt stehen. Tendenz steigend.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.