Kost und Logis für Nützlinge!

Ein wesentlicher Schutzfaktor im Biolandbau ist der Einsatz von Nützlingen. Dabei fasziniert die Vielfalt ebenso wie die Effizienz, mit der so mancher nützliche Helfer im Garten zu Werke geht. Wobei gewarnt sei: Der folgende Artikel kann Szenen von Gewalt enthalten!

Wer einen Igel beim genüsslichen Verzehr einer Schneckenkolonie beobachtet, wird tatsächlich staunen, mit welchem Genuss er die schleimigen Vielfraße vertilgt – und sich vielleicht dabei ekeln. Immerhin ist er einer der effizientesten Nützlinge im Kampf gegen Schneckenplagen. Die Natur regelt ihr Gleichgewicht nämlich selbst – wenn wir sie lassen. Dafür muss allerdings geplant werden, wer gegen wen in den Kampf ziehen soll und was genau er dafür braucht. Mit guten Strategien und hilfreichen Armeen kann dann die Kriegserklärung gegen ungeliebte Fressfeinde erfolgen. Doch nun Schluss mit den martialischen Gedanken, die uns Hobbygärtner plagen.
Es gibt verschiedene Nützlingsarten, die alle auf unterschiedliche Weise ihren Beitrag zu einem gesunden Garten leisten. Gemeinsam ist ihnen, dass sie natürliche Gegenspieler der Schädlinge sind und diese im Zaum halten. Sie sorgen für ein biologisches Gleichgewicht im Garten und damit für gesunde Pflanzen ganz ohne Spritzmittel. Manche Nützlinge ernähren sich von Schädlingen und dezimieren so ihre Zahl, andere bestäuben Blüten  und wieder andere zersetzen Bioabfall. Als Nützling werden nämlich nicht nur jene Tiere bezeichnet, die lästige Gelsen fressen, Schnecken vertilgen oder Blattläusen den Garaus machen, sondern auch all jene, die etwa durch Bestäubung für mehr Blüten und Früchte sorgen, durch ihre Zersetzungsarbeit für hochwertigen Humus oder einfach durch ihr Dasein andere, schädliche Gartenbewohner verdrängen.

Einladung zum Schädlingsverzehr

Im Idealfall ist der Biogarten so konzipiert, dass sich haufenweise Nützlinge auf Anhieb wohl fühlen und nicht eigens angesiedelt werden müssen. Dafür sollten verschiedene Gestaltungselemente im Garten unterschiedliche Lebensräume für die Vielzahl der Nützlinge schaffen. Die besten Rezepte sind: Wildsträucher mit Beeren, Totholzhaufen, Steinmauern und -haufen, Nützlingshotels, Blumenbeete und -wiesen, Staudenbeete, Kräuterrasen, Ohrwurmtöpfe, Feuchtbiotop oder Gartenteich, wildes Eck, Laub- und Reisighaufen, Nistkästen.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.