NATÜRLICHE ALLESKÖNNER

Grünes „Gerschtl“

Nicht der Wienerische Begriff für „Geld“, sondern Gerstengras, also die jungen Triebe des Getreides, sind gemeint. Diesem kostbaren Schatz der Natur würde man auf den ersten Blick kaum zutrauen, was er alles in sich trägt.

Gerstengras gilt als Superfood, als Turbopflanze mit einem Wirkstoffcocktail, der doch so manch „erwachsene“ Pflanze in den Schatten stellt. Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien machen das zarte Gras, das in der Tierhandlung auch als „Katzengras“ zu haben ist und in der Tiermast schon lange zur Anwendung kommt, so wertvoll.
Die Gerste ist wie viele andere Getreidearten ein Süßgras. Bereits vor mehr als 40 Jahren konnte der japanische Wissenschaftler Dr. Yoshihide Hagiwara belegen, wie sehr Gerstengras artverwandte Gräser übertrumpft, denn es enthält von allen Inhaltsstoffen mehr als andere. Konkret sind es das natürliche Vitamin K, das für starke Knochen und eine gesunde Blutgerinnung sorgt. Folsäure stärkt die Nerven und das Immunsystem und macht munter und agil. Außerdem enthält Gerstengras mehr Kalzium als Kuhmilch, mehr Eisen als Spinat oder Brokkoli, mehr Vitamin B1 als Weizenvollkorn, mehr Vitamin C als Orangen und so viel Zink wie tierische Lebensmittel. Hagiwara betonte, dass er in den Blättern der jungen Gerstenpflanze die ausgewogenste Nährstoffkonzentration aller bisher untersuchten Pflanzen entdeckt hätte.
Gerstengras gilt als Powerfood im Kampf gegen die Symptome der chronischen Darmerkrankung Colitis ulcerosa. Es senkt den Cholesterinspiegel und man sagt ihm weiters nach, dass es Krebs vorbeugt. Es ist besonders basisch, sorgt für Vitalität und Energie und kurbelt die Verdauung an – weshalb es auch unterstützend bei der Gewichtsabnahme wirken kann. Auch die Haut bedankt sich für eine tägliche Ration Gerstengras, ebenso wie die Gefäße, die Zellen und das Immunsystem.

Einfacher Selbstanbau

Üblicherweise ist Gerstengras in Pillenform oder pulverisiert als Nahrungsergänzungsmittel verfügbar. Wer auf regionale Produkte setzt, sollte dabei einen genauen Blick auf die Herkunft  werfen. „Hergestellt in Österreich“ heißt nicht immer, dass auch der Rohstoff aus Österreich kommt. Die jungen Blätter werden gefriergetrocknet und gemahlen. In Wasser aufgelöst, erinnert der Geschmack an Spinat. Für den Eigengebrauch lässt sich Gerstengras aber auch ganz leicht selbst anbauen.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.