Essen auf Rädern

Der Würstelstand zählt zu den traditionellen heimischen Fast-Food-Anbietern und so mancher musste in den letzten Jahrzehnten einiger Konkurrenz weichen. Zu Kebab, Pizzaschnitte und Noodle Box gesellen sich immer mehr exotische und durchaus auch außergewöhnliche Streetfood-Anbieter.

Wiens ältester Würstelstand „Leo“ steht seit 1928. Viele Würstelstände wurden von ehemaligen Soldaten betrieben und sollten den Kriegsinvaliden ein Einkommen sichern. Bis heute zählen die Würstelstände zu einem fixen Bestandteil der heimi-schen Gastronomiekultur und bieten – vor allem in Städten – auch noch längst nach der klassischen Sperrstunde die Chance auf einen raschen, günstigen Snack.

Imbisskultur auf neuen Wegen

Gegessen und getrunken wurde hierzulande also schon länger, was fahrbare Verkaufsstände auf öffentlichen Flächen oder Märkten feilgeboten haben. Neu sind jetzt der trendige Name „Streetfood“ und das Angebot, das weit mehr bietet als nur Würstel mit Senf. Das meiste davon ist Fingerfood, kann also einfach ohne Besteck im Gehen und Stehen gegessen werden. Papierbecher, Holzstäbchen und Servietten verhindern jedoch größere Flecken auf dem Business-Outfit, wenn in der Mittagspause  für einen Restaurantbesuch keine Zeit bleibt. Nichtsdestotrotz: Viel rascher geht es auch oft bei so manchem Standler nicht, denn Streetfood wird – so das Selbstverständnis – frisch gekocht und das braucht eben seine Zeit.
Den Ursprung hat Streetfood in Asien, Afrika und Südamerika und fand über Nord-amerika und Australien schließlich auch den Weg nach Europa. Waren es anfangs oft regionale, heimische Produkte, die in Trucks oder auf Märkten angeboten wurden, bringt die Streetfood-Bewegung vor allem den internationalen Flair und einen spannenden Angebotsmix mit. Damit wird auch deutlich, dass dieser Trend quer durch alle Altersgruppen und Gesellschaftsschichten seine Anhänger findet. Nach einer Studie der Food and Agriculture Organization der Vereinten Nationen (FAO) aus dem Jahr 2007 ernähren sich weltweit ca. 2,5 Milliarden Menschen täglich von Streetfood. Allein in Südamerika gehen bis zu 30 Prozent der Haushaltsausgaben in Essen „to go“, denn die Idee dahinter ist einfach: Streetfood ist billig, nahrhaft und einfach verfügbar.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.