Woher kommt, was auf dem Teller landet?

Auf den ersten Blick scheint die Frage simpel, doch hat der Lebensmittelhandel alle Hände voll zu tun, um zu deklarieren, wo Produkte hergestellt, verarbeitet und vertrieben werden sowie welche Inhaltsstoffe darin zu finden sind. Ohne IT geht nichts mehr, vor allem wenn es um Rückrufe geht.

Einerseits fordern Konsumenten vom Handel, immer mehr On- und Offline-Shop-pingangebote zu eröffnen, und die internationale Verflechtung nimmt zu, andererseits soll die gesamte Wertschöpfungskette – also vom Erzeuger über den Lieferanten bis hin zum Verkauf – möglichst transparent und vertrauenswürdig sein. Themen wie Gesundheit, Sicherheit, Nachhaltigkeit lassen sich längst nicht mehr regional im Alleingang lösen und die Zusammenarbeit zwischen Herstellern, Händlern und Lieferanten wird immer wichtiger. Produkte sollen rasch verfügbar sein, für hohe Qualität bürgen und im Falle von Mängeln rasch wieder vom Markt genommen werden können. Patentrezepte dafür gibt es keine, aber eine Reihe von Initiativen und Tools für Betriebe und Konsumenten.

Das R-Unwort: Rückholung

Grundsätzlich läuft der Weg, wie Produkte zum Verbraucher kommen, auch in umgekehrter Richtung – bei Rückholaktionen oder Produktrückrufen. Muss ein Unternehmen Produkte zurückrufen oder „Kunden-zufriedenheitsmanagement“ betreiben, so kann der Schaden durchaus in astro-nomische Höhe gehen, auch wenn zum Glück noch kein Verbraucher wirklich zu Schaden gekommen ist. Allein die Logistik, die hinter einem Rückruf steckt, ist teuer, hinzu kommen bei größeren Aktionen auch Kosten für Krisenstab wie Anwälte und PR-Profis sowie die Entsorgung oder Schadenersatz.
Vorbild in Sachen Organisation ist hier wohl die Pharmaindustrie, schon allein des-halb, weil hier bereits eine der größten Rückholaktionen aufgrund von „Gesundheitsgefährdung“ in der Geschichte stattfand, als bekannt wurde, dass das Schmerzmittel Vioxx auch Herzinfarkte auslösen kann. Das Unternehmen verlor mehr als zwei Milliarden Dollar Umsatz, knapp 30.000 Klagen sollen bis heute noch anhängig sein. In Österreich werden seit 1990 alle Arzneimittel mit einem Strichcode-System markiert.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.