Saubere Sache(n)

Als Waschmittel hat man es nicht leicht: Man sollte unaufdringlich duften, die Wäsche perfekt sauber machen und dabei auch noch die Umwelt schonen.

In einem durchschnittlichen österreichischen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern läuft etwa jeden zweiten Tag eine volle Waschmaschine mit schmut-ziger Wäsche. Bei einer Füllmenge von 5 kg pro Trommel sind das etwa 900 kg Wäsche pro Jahr. Geht man davon aus, dass pro Waschgang 10 Gramm Waschmittel verbraucht werden, sind das immerhin etwa 9 kg Waschmittel pro Jahr. Tendenz: steigend.
Untersuchungen von Umweltschutzorganisationen wie Global 2000 zeigen, dass sich die Waschhäufigkeit seit den 50er-Jahren deutlich erhöht hat. Auslöser sind nicht nur die praktischen Waschmaschinen, die auf Knopfdruck für ein sauberes Ergebnis sorgen, auch die vielen Singlehaushalte und das gestiegene Hygienebedürfnis verursachen höhere Wäscheberge in den heimischen Wohnungen. Waschmittel allein sind dabei aber nicht die Umweltsünder, denn auch der Energieverbrauch und letztendlich die Lebensdauer der Wäsche – Stichwort „Wegwerfgesellschaft“ – tragen dazu bei, dass die Umwelt entsprechend belastet wird.

Wäscheberge reduzieren

Ökologisch sinnvoll wäre es daher, am individuellen Verhalten anzusetzen – ähnlich wie beim Müll sollte das Motto „Vermeiden“ an oberster Stelle stehen. Doch stattdessen werden Waschmittel entwickelt, die auch bei niedrigen Temperaturen rasch für ein gutes Waschergebnis sorgen und die Waschmaschinenhersteller versuchen, mit Kurzwasch- oder und Energiesparprogrammen zumindest einen Teil gutzumachen und den Energieverbrauch zu senken. So haben namhafte Waschmaschinenhersteller wie Miele, Bosch und Siemens schon seit der Neufassung der deutschen Öko-Design-Richtlinie für Haushaltswaschmaschinen Geräte mit 20-Grad-Einstellung im Programm.
Nichtsdestotrotz denken viele Verbraucher immer noch, dass niedrige Waschtem-peraturen die Wäsche nicht wirklich ausreichend sauber machen. Das gilt vielleicht für stark verschmutzte Textilien oder Babywindeln, im Normalfall ist herkömmliche Straßenkleidung, die maximal staubig oder verschwitzt ist, bei 40 Grad leicht rein zu bekommen.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.