Pasta? Basta.

Spaghetti, Penne oder Rigatoni klingt schon beim Sprechen nach Sommer, Sonne und Strand. Erst recht dann beim Essen, wenn typische italienische Saucen und guter Wein dazu serviert werden.

Aktuelle Diättrends machen das Urlaubsgefühl aber rasch zunichte, denn sie warnen eindringlich „Hände weg von Nudeln!“ Der Grund ist einfach: Low-Carb oder No-Carb ist angesagt und auf diesem Speiseplan gibt es keine Nudeln mehr. Nicht nur vorübergehend, sondern gar nicht. Als Dickmacher sind sie in Verruf gekommen und werden immer öfter aus der Küche verbannt. Nachdem aber in Österreich rund 1,4 kg Teigwaren als typische Beilage pro Monat und Haushalt auf den Tisch kommen, sind Alternativen gefragt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, also müssen Ersatzprodukte her, die nicht nur aussehen wie Nudeln, sondern idealerweise auch dem Geschmack sehr ähnlich kommen.

Intellektuelles Essen. Warum das aber nicht so einfach funktionieren kann, bringt Thorsten Probost, Koch im Oberlecher 5-Sterne-Burg Vital Resort, auf den Punkt: „Wenn ein Geschmack wie der von Nudeln im Kopf einmal gespeichert ist, dann kann er nicht einfach durch ein Produkt ersetzt werden, dem es an den Inhalten und dem Handling fehlt. Nudeln ohne Weizenmehl sind nun mal keine Nudeln im klassischen Sinn. Ich kann Buchweizennudeln geschmacklich nie dorthin kochen, dass der Kopf sagt, ja, das schmeckt wie eine Weizennudel.“ Gesucht werden – ob aus Gründen der Unverträglichkeit oder dem Verfolgen einer No-Carb-Ernährung – Produkte, die von Form und Farbe Alternativen bieten. 

„Intellektuelles Essen“ nennt es Probost und erklärt die Hintergründe: „Und hier passt es dann schon nicht, wenn Nudeln aus Buchweizen zwar interessant schmecken, aber eine gräuliche Farbe haben und beim Kochen auch nicht so knackig bleiben wie Weizennudeln.“ Der Experte beweist einen durchaus puristischen Zugang, der sich diesem Trend bewusst entgegensetzt: „Wir verkünsteln keine Lebensmittel. Es ist, was es ist. So kann ein Buchweizeneintopf eine durchaus geschmackliche und qualitative Alternative sein. Das passt zu seiner Haptik, zur Optik und zur Oberfläche.“

Dieser Artikel erschien
2016-2015.