UNTERWEGS

Winter einmal anders

Abgesehen von pandemischen Herausforderungen, die den heimischen Tourismus einmal mehr auf die Probe stellen, beschäftigen auch Umweltschutzkriterien immer mehr Wintertourismusgäste. Der negative Impact klassischer Wintersportarten liegt nahe, doch geht es auch anders?

Die gute Nachricht: Ja, es geht auch anders – und alternative Wintervergnügen im Einklang mit Umwelt und Natur gewinnen auch tatsächlich immer mehr Anhänger. Bleibt zu hoffen, dass sich dieser Trend etabliert und zur echten Alternative wird, denn dafür braucht   es ein entsprechendes Angebot. Mittlerweile besinnen sich ganze Ortschaften und Regionen ihrer ökologischen Verantwortung und erleichtern die Anreise mit Öffis, verzichten auf Kunstschnee, steuern den Verkehr im Ort mittels Elektro-Taxis oder verbannen Autos gänzlich aus dem Ortsbild wie etwa in Werfenweng im Pongau im Salzburger Land.

Verantwortungsvoller Umgang mit der Bergwelt. Dass manche Wintersportarten wie Skifahren längst nicht mehr die naheliegenden Kriterien einer umweltfreundlichen, naturnahen Fitnessmethode erfüllen, liegt auf der Hand. Der größte Schaden wird der Natur jedoch schon bei der An- und Abreise zugefügt, denn da passieren laut Verena Stahl, Präsidentin von Protect Our Winters Austria, mit 70 Prozent die anteilmäßig meisten CO2-Emissionen. Die Bilanz verbessert sich, wenn für mehrere Tage Skiurlaub geplant ist, statt täglich anzureisen.
Ganz verteufeln muss man den Skisport also nicht. Zusätzlich zur Anreise leisten jedoch Schneekanonen, Pistengeräte und Liftanlagen große Beiträge zu den CO2-Emissionen.
„Dazu kommen überdimensionierte Hotelbauten mit Wellness-Bereichen und anderen klimaschädlichen Entspannungs- und Unterhaltungsoptionen zum vermeintlichen Wohle
der Gäste“, ergänzt Stahl. Was Initiativen wie „Fly & Ski“, bei denen per Flugzeug für einen Tag Skidestinationen angeflogen werden, anrichten, davon wollen wir gar nicht sprechen. Darüber hinaus bedeutet die unablässige Ausweitung von Skigebieten eine zunehmende Verdichtung des Bodens, eine Verringerung des Erosionsschutzes und weitere Zerstörung von Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

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Dieser Artikel erschien
07_21.