NATÜRLICHE ALLESKÖNNER

Siaß oda schoaf?

Wir lieben ihn zum Leberkäse, zu Frankfurter oder Käsekrainer, aber auch in Kombination mit Honig zum Lachs, süß zur Weißwurst, im Salatdressing, zum Marinieren von Fleisch, in der Sauce, in der Mayonnaise, im Sud von Essiggurkerln oder zu edlem Käse: Senf. Die geschmacksstarken Körner können aber noch einiges mehr als das. Lassen wir uns überraschen!

Senf ist ein weit verbreitetes Würzmittel und überzeugt nicht nur zur Wurst, sondern aufgrund der großen Vielfalt in verschiedensten Versionen. Je nach Anteil der weißen, braunen oder schwarzen Senf­körner und der hinzugefügten Zutaten gibt es ihn von mild bis superscharf, von hellgelb bis fast schwarz, aber jedenfalls immer hocharomatisch.
Wahrscheinlich gab es Senf oder etwas Ähnliches bereits 1800 vor Christus auf dem indischen Subkontinent. Auch die Griechen genossen Senf schon um 400 vor Christus, allerdings als Heilmittel und nicht als Gewürz. Überliefert sind jedenfalls Rezepte aus der Römerzeit, die aus dem ersten Jahrhundert nach Christus stammen. In Mitteleuropa wurde Senf im 8. Jahrhundert erstmals in einer Schrift Karls des Großen erwähnt und startete rasch seinen Siegeszug. Im 13. Jahrhundert hielt dann die französische Stadt Dijon das Monopol auf die Senfherstellung und auch heute noch gilt Dijon als Zentrum für hochwertigen Senf. Heute bauen vor allem Nepal, Russland und Kanada Senf an, in Europa ist auch der Anbau in der Ukraine bedeutend.

Pflanzenkunde.
Rund 40 verschiedene Senfarten wurden gezählt. Nur zwei davon spielen entscheidende Rollen: der braune und der weiße Senf. Der braune Senf ist schärfer als der weiße Senf, sein Aroma und seine Schärfe verflüchtigen sich jedoch schneller als jene des weißen Senfs. Meist werden die beiden Senfarten gemischt. Schwarzer Senf kommt deutlich seltener zur Anwendung. Scharf ist Senf nur, wenn die Körner gemahlen und dann mit Flüssigkeit vermengt werden, denn erst dann entfalten sich die ätherischen Öle.      
Senfpflanzen sind im eigenen Garten problemlos zu ziehen. Nicht nur die Samen können genutzt werden, auch die Blätter schmecken sehr aromatisch. Darüber hinaus bilden sie sehr hübsche gelbe Blüten aus und wachsen recht schnell.

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07_21. Vielleicht interessiert Sie auch: