BEWUSST KAUFEN?

Wunsch und Wirklichkeit

Ein Großteil der Österreicher ist sich nach Angaben von Umfragen bewusst, dass die Ernährung einen negativen Einfluss auf Umwelt und Klima hat. Der Wille zu bewussterem Konsum scheint da zu sein, der Weg dorthin ist allerdings noch nicht beschritten.

Nachhaltigkeit ist in aller Munde, sie wird angesichts des Klimawandels auch immer wichtiger. Ein Hebel, an dem jeder Einzelne ansetzen kann, ist der private Konsum: Kleidung, Lebensmittel, aber auch Möbel und viele andere Dinge des Alltags gibt es aus ökologischer sowie aus herkömmlicher Produktion, auch wenn man Erstere manchmal länger suchen muss.  Die Bereitschaft, zu nachhaltigen Produkten zu greifen, ist durchaus vorhanden. Das zeigt sich deutlich bei der Ernährung – zumindest in Österreich.
Weltweit liegt die Alpenrepublik beim Bio-Anteil am Lebensmittelmarkt an dritter und beim Pro-Kopf-Verbrauch von Bio-Lebensmitteln an vierter Stelle. Einer der Hauptgründe für den Griff zu Produkten mit Bio-Siegel ist laut einer Umfrage unter 500 Österreichern mit 64 Prozent die artgerechte Tierhaltung beziehungsweise der Tierschutz. Für rund 62 Prozent der Österreicher ist die mit dem Bio-Einkauf verbundene Unterstützung von kleinen sowie regionalen Lieferanten ausschlaggebend, 55 Prozent der Befragten nennen im Verzicht auf Chemie und künstliche Inhaltsstoffe ihr Kaufmotiv. Dabei hängt es auch vom Alter und der Lebenssituation ab, wie viele Bio-Produkte gekauft werden: In Haushalten, in denen Kinder leben, kommt Essen mit Bio-Siegel zum Beispiel deutlich häufiger auf den Tisch. 42 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe greifen eher zu biologisch angebauten als zu konventionellen Nahrungsmitteln, wie eine Studie des Beratungsunternehmens PWC Deutschland zeigt.

„Normales“ Verhalten. Im Ranking der Bioprodukte liegt Milch an der Spitze mit 26,1 Prozent Marktanteil, gefolgt von Naturjoghurt (25,1 Prozent) und Eiern (22,2 Prozent). Auf den letzten Plätzen dagegen sind Fleisch und Geflügel sowie Wurst und Schinken zu finden. Insgesamt wurden im Vorjahr der RollAMA Markterhebung zufolge allein im Lebensmitteleinzelhandel Bio-Lebensmittel im Wert von über 713 Millionen Euro gekauft – ein Plus von 23 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor.

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07_21. Vielleicht interessiert Sie auch: