SERIE: STOFFWECHSEL

Immer wieder Glas

Rund 85 Prozent des Verpackungsglases werden in Österreich gesammelt und zu neuem Glasverarbeitet. Diese Sammelleidenschaft hilft der Umwelt, da Primärrohstoffe, Energiever-brauch und CO2-Ausstoß durch das Recyceln eingespart werden.


Scherben bringen bekanntlich Glück – in diesem Fall der Umwelt. Das gilt vor allem dann, wenn es sich dabei um Verpackungsglas, also Gläser, in denen Joghurt, Gurken, Marmelade, Parfum und Ähnliches aufbewahrt wurden, handelt. Schließlich läuft der Materialkreislauf bei gebrauchten Glasverpackungen ziemlich rund. Sammeln, recyceln und wiederverwen-den, das geht bei Altglas perfekt. Oder anders gesagt: In jeder alten Glasverpackung steckt eine neue. Denn Glas lässt sich beliebig oft einschmelzen und wiederverwenden, ohne dabei an Qualität einzubüßen.

Haushalte sammeln größten Anteil. Diesem Materialkreislauf folgt Österreich seit Langem: Bereits seit Mitte der 1970er-Jahre wird Altglas, getrennt nach Weiß- und Buntglas, in mitt-lerweile 70.000 Glascontainern österreichweit gesammelt und der Wiederverwertung zuge-führt. „Durchschnittlich werden rund 260.000 Tonnen Glas pro Jahr gesammelt, im ersten Halbjahr 2020 waren es bereits rund 127.000 Tonnen“, sagt Dr. Harald Hauke, Geschäfts-führer der Austria Glas Recycling (AGR) und Vorstand der Altstoff Recycling Austria (ARA). Damit würden 85 Prozent des Verpackungsglases gesammelt, den größten Anteil dazu tragen die privaten Haushalte bei. „Unternehmen müssen ein Sammel- und Verwertungs-system mit der Sammlung und Verwertung der von ihnen in Verkehr gesetzten Verpackungs-materialien beauftragen und dafür eine Lizenzgebühr zahlen“, erklärt Hauke. Bei Glas liege diese bei 87 Euro pro Tonne. „Wir haben wirklich eines der besten Glasrecyclingsysteme weltweit“, freut sich Hauke.
Das gesammelte Altglas, das von Entsorgungsunternehmen zu den Glaswerken gebracht wird, wird zu 100 Prozent in der Verpackungsglasindustrie verwertet, mehr als 80 Prozent davon im Inland. Der Rest wird in grenznahen Glaswerken in Nachbarstaaten verarbeitet.

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Dieser Artikel erschien
07_20. Vielleicht interessiert Sie auch: