BIO-PRODUZENTEN UND -PIONIERE

Energy Sharing

Allen Widrigkeiten zum Trotz glaubte Matthias Katt stets an die Möglichkeit, Strom unter ökologischen Gesichtspunkten nicht nur produzieren, sondern auch beziehen zu können. Mit eFRIENDS ist ihm das tatsächlich gelungen – Ausreden haben es nun deutlich schwerer.


Es ist so viel einfacher zu sagen, dass Strom ohnehin aus jeder Quelle durch dieselbe Leitung fließe und daher jeder Atomstrom beziehe – ob er nun wolle oder nicht. „Strom hat kein Mascherl“, bekommen „Idealisten“ zu hören, wenn sie nach Möglichkeiten suchen, wie dem System zu ent-kommen wäre. eFRIENDS, die Energy Sharing Plattform, ist nun die Chance für jeden und überall, Strom aus erneuerbaren Quellen zu beziehen und so einen großen Beitrag zur Vermeidung CO2-lastiger Quellen zu leisten.

Freunde unter Strom. „Eigentlich war der Zufall schuld, dass die Idee zu eFRIENDS geboren wurde“, sagt Matthias Katt, CEO und Grün­der von eFRIENDS. „Zu Silvester 2012 wollte ich einem Freund helfen, eine Förderung für eine Fotovoltaikanlage für den Verein Energiebündel Weinviertel zu beantragen. Das Kapital war von lokalen Bürgern aufgestellt worden, alle Genehmigungen waren erteilt. Die Förderung für die Einspeisevergütung sollte beantragt werden, doch mit Schlag Mitternacht wurden die Förderkriterien geändert und wir scheiterten.“ Daraus entstand die feste Über-zeugung, dass es für die Energiewende auch andere Möglichkeiten geben müsse.
Katt entwickelte eine Methode, um ohne Einspeisevergütung auszukommen und den Strom direkt in der „Crowd“ zu teilen. „Ich wollte immer schon mit erneuerbaren Energien arbeiten“, erzählt Katt. Der technisch geschulte Unzufriedene gründete mit seinen Mitstreitern eFRIENDS, um Fotovoltaikanlagen gemeinschaftlich zu nutzen. Schon bald ernteten die Beteiligungsmodelle Begeisterung. „Mein Strom hat ein Mascherl“, heißt in Anlehnung an den alten Einspruch, der nunmehr seine Berechtigung verloren hat, der Slogan des engagierten Unternehmens. 2015 ging eFRIENDS an den Start.
Das Prinzip ist rasch erklärt: Wer selbst Strom produziert – mittels Fotovoltaikanlage, Windanlage oder Kleinwasserkraftwerk – kann den Strom in den allermeisten Fällen nicht zur Gänze selbst nutzen, aber leider auch nicht speichern. Mit eFRIENDS, der größten Energiegemeinschaft Öster-reichs, kann Strom verschenkt, getauscht oder verkauft werden.

Dieser Artikel erschien
07_19. Vielleicht interessiert Sie auch: