NATÜRLICHE ALLESKÖNNER

Die göttliche BOHNE

Die Geschichte des Kakaos ist bunt und beeindruckend – ein Siegeszug durch die ganze Welt. Heute möchte niemand mehr auf köstliche Schokolade oder feine Kosmetika verzichten. Doch es ist nun an der Zeit, sich wieder mehr auf Qualität statt Quantität zu konzentrieren.


Etwa 25 bis 50 Kakaobohnen drängen sich dicht an dicht in einer Kakaofrucht. Diese Samen des Kakaobaumes würden roh wohl keinen Feinschmecker beeindrucken. Sie müssen erst fermentiert, getrocknet, geröstet, geschält und gemahlen werden. Ihre Bitterstoffe verlieren sie dadurch nicht ganz, sie gehören bei Rohkakao einfach dazu. Heute gibt es jedoch wieder mehr Puristen, die Kakao mit möglichst wenigen Zusätzen besonders schätzen, doch die allermeisten Menschen kennen und lieben ihn vor allem in Kombination mit Zucker und Milch – als Schokolade.

Von Lateinamerika hinaus in die ganze Welt.
Die Kakaopflanze wurde in Mittelamerika wahr-
scheinlich schon etwa 1000 vor Christus genutzt, allerdings weniger die Samen als vielmehr das süße Fruchtfleisch, das zu einem alkoholischen Getränk vergoren wurde. Weitere Funde deuten darauf hin, dass die Pflanze um 3300 vor Christus in Ecuador bereits kultiviert wurde.     
Die Azteken nutzen die Kakaopflanze ab dem 14. Jahrhundert. Sie war heilig und galt als Geschenk des Gottes Quetzalcoatl. Die Früchte wurden als Opfergaben dargebracht, als Zahlungsmittel ein-gesetzt und für einen Gewürztrank verwendet, der mit dem heutigen Kakao recht wenig gemeinsam hatte. Wasser, Kakao, Mais, Vanille und Cayennepfeffer wurden vermischt und ergaben „Xocóatl“, die Urform unserer heutigen Schokolade.
Als die Spanier im 16. Jahrhundert schließlich Mexiko und die indigenen Völker unterwarfen, ent-deckten sie die göttliche Frucht, die nicht umsonst so sehr verehrt wurde. Ihr Siegeszug durch Europa führte zu vermehrtem Anbau. In europäischen Kolonien sorgten Sklaven dafür, dass der Nachschub nicht ausging. Ecuador, Venezuela, Ende des 17. Jahrhunderts auch Brasilien und im 18. Jahrhundert die karibischen Inseln und weitere Kolonien in Südamerika setzten immer großräumiger auf die edle Bohne.

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Dieser Artikel erschien
07_19. Vielleicht interessiert Sie auch: