WELT IM WANDEL

Auf der Flucht vor dem Klima

Die Folgen des Klimawandels wie Dürren, Überschwemmungen oder der Meeresspiegelanstieg führen dazu, dass Menschen ihre Heimat verlassen. Die Migrationsbewegungen erfolgen dabei auf unterschiedliche Weise und können auch Österreich betreffen – wenn auch anders als gedacht.


Mag. Johannes Wahlmüller, MSc, ist Klima- und Energie-Kampaigner bei GLOBAL 2000 und beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wer   wann wohin flüchtet, um den Auswirkungen    des Klimawandels zu entgehen. So einfach sind diese Fragen gar nicht zu beantworten, denn „statistisch wird zum Beispiel nicht erfasst, ob Klimawandel als Fluchtursache bei Flüchtlingen, die in Österreich ankommen, ein Mitgrund war“.
Auch Dr. Monika Mayrhofer vom Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte warnt davor, neue Schreckgespenster an die Wand zu malen, denn es sei nicht klar ersichtlich, was Klimamigration sei. Stürme und Überschwemmungen hat es auch früher schon gegeben.  Der Klimawandel ändert die Häufigkeit und die Intensität von Wetterkapriolen, aber welchen Effekt er auf Migration habe, sei alles andere als klar. „Grundsätzlich ist es auch möglich, dass an manchen Orten aufgrund des Klimawandels weniger Menschen migrieren“, sagt die Wissenschaftlerin.

Südostasien, Afrika und Lateinamerika. „Der Begriff Klimaflüchtling ist sehr umstritten, weil er keine rechtliche Entsprechung hat. Er wird daher von internationalen Organisationen – meiner Meinung nach zu Recht – abgelehnt“, so Mayrhofer. „Der Begriff Flüchtling ist rechtlich durch die Genfer Flüchtlingskonvention eindeutig definiert und umfasst keine Umwelt- oder Klimafaktoren als Fluchtgrund. Daher wird auch immer von einer Schutzlücke gesprochen. Das bedeutet, dass Menschen, die aufgrund von Umweltereignissen gezwungen sind, ihren Heimatort zu verlassen und eine internationale Grenze überschreiten, durch internationales Recht nicht geschützt sind.“ Doch auch der Begriff Klimamigration sei zu hinterfragen, weil das Klima alleine selten der Auslöser für Migration sei.


Dieser Artikel erschien
07_19. Vielleicht interessiert Sie auch: