NEGATIV AWARDS

And the winner is…

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Würdigungen für Unternehmen, die einen positiven Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Weniger bekannt sind allerdings Negativpreise, die (zumindest kurzfristig) jedoch ein gewisses Bewusstsein in der Öffentlichkeit erzeugen.

Sie haben teils klingende Namen wie Naturverschmutzer-Award, Black Globe Award, aber auch Goldener Geier oder Goldene Kotzwurst – jene Awards, mit denen Unternehmen, aber auch Staaten, Personen oder Projekte auszeichnet werden, die Umwelt-, Natur-, Tier- und Klimaschutz nicht ernst genug nehmen. Aber rütteln diese Awards tatsächlich „Preisträger“ und Öffentlichkeit auf? Und wenn ja, wie lange?

Verantwortlichkeiten aufzeigen.
„Ich denke schon, dass die Öffentlichkeit beginnt, über das jeweilige Problem nachzudenken“, ist Dipl.-Ing. Lena Steger, Campaignerin Plastik/­Ressourcen, bei der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 überzeugt. Denn die Awards würden für einen Aha-Moment sorgen und in anderer Art und Weise Verantwortlichkeiten aufzeigen. Unternehmen seien hingegen nicht so leicht zu erreichen. „Wir haben im Vorjahr Red Bull den Naturverschmutzer-Award verliehen, weil die Dosen jene Getränkeverpackungen waren, die in der Natur am öftesten zu finden waren“, erzählt Steger. Ein Jahr lang habe sich der Getränkehersteller nicht zu der Aktion und zum Thema Einweg-Pfandsystem geäußert. „Jetzt, im Herbst 2021, hat Red Bull endlich umgedacht und unterstützt ab sofort ein Einweg-Pfandsystem“, freut sich Steger.
Rascher hat die deutsche Supermarktkette Edeka reagiert, der im August von Greenpeace die „Goldene Kotzwurst“ für „besondere Unverdienste im Klima- und Tierschutz“ verliehen wurde. Konkret wurde kritisiert, dass der Handelsriese nach wie vor Fleisch aus schlechter Haltungsform verkaufe. Edeka wies die Vorwürfe der Umweltorganisation „in aller Deutlichkeit“ postwendend zurück. Einer Sprecherin des Unternehmens zufolge treibe das Unternehmen bereits seit Jahren die Verbesserung des Tierwohls und die Entwicklung der Haltungsbedingungen bei Nutztieren in Deutschland voran.

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Dieser Artikel erschien
06_21. Vielleicht interessiert Sie auch: