WIR BAUEN EIN HAUS

Auslauf- oder Zukunftsmodell?

Selbst das ökologischste Neubau-Einfamilienhaus ist aus Klima- und Umweltsicht kaum zu vertreten. Bessere Karten haben die Sanierung bestehender Gebäude oder alternative Konzepte.

In Deutschland gingen zu Jahresbeginn die Wogen hoch: Zuerst wurden in neuen Bebau-ungsplänen eines grün regierten Hamburger Vororts keine Einfamilienhäuser mehr ausge-wiesen, dann äußerte sich auch noch Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter kritisch dazu:
Zu hoch seien Flächen-, Baustoff- und Energieverbrauch, dazu würden sie die Zersiedelung fördern, so seine Kritik. Die Folge: Binnen Kurzem geisterte der Narrativ vom „Bauverbot für Einfamilienhäuser“ durch die Medien und sorgte angesichts der großen Beliebtheit des Einfamilienhauses in Deutschland für heftige Reaktionen. Aber nicht nur dort: Auch in Öster-reich haben sich im Zuge der deutschen Diskussion rund zwei Drittel der Bevölkerung, konkret 68 Prozent, gegen ein Bauverbot für Einfamilienhäuser aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes ausgesprochen, wie eine repräsentative Umfrage des Gallup Instituts, die von Raiffeisen Immobilien Österreich in Auftrag gegeben wurde, zeigte. Vor allem Frauen und Besserverdiener mit einem Haushaltsnettoeinkommen über 3.000 Euro lehnten mit jeweils 70 Prozent ein derartiges Verbot ab.

Renaissance des Landlebens.
Kein Wunder, ist das Einfamilienhaus mit 65 Prozent nach wie vor der erklärte Wohntraum der Österreicher. Mit 15 Prozent belegt die Eigentumswohnung weit abgeschlagen Platz zwei, gefolgt vom Mehrfamilienhaus im Eigentum. „Wegen der Pandemie erlebt die Sehnsucht nach dem Leben auf dem Land eine Renaissance. Somit steigt das Interesse an Einfamilienhäusern weiter“, sagt dazu Mag. Nikolaus Lallitsch, Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich.
Besonders junge Familien, die ihren Kindern Sicherheit, Sauberkeit und Raum zur Entfaltung bieten wollten, würden diese Wohnform schätzen. „Gleiches gilt für die sogenannten Best Ager, die aus dem Hamsterrad aussteigen wollen“, weiß Lallitsch. Unter den Berufsgruppen träumen besonders Schüler und Studenten vom Einfamilienhaus (72 Prozent), gefolgt von Selbstständigen, Freiberuflern und leitenden Angestellten (70 Prozent).

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06_21. Vielleicht interessiert Sie auch: