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Kleider machen Kleider

Neue Modekollektionen kommen in immer kürzeren Abständen auf den Markt, vieles davon wird nur mehr einige Monate lang getragen und dann entsorgt. „Fast Fashion“ sorgt für wachsende Müllberge, gesättigte Second-Hand-Läden und schlechte Qualität. Textilien-Recycling gewinnt an Bedeutung, steckt aber noch in den Kinderschuhen.


Kleider machen Leute – darüber sind sich die allermeisten Menschen absolut einig. Entspre-chend schnelllebig ist auch die Modebranche. Was heute hip und trendy ist, kann morgen bei echten Fashionistas nur für ein mildes Lächeln sorgen. „Fast Fashion“ heißt das Phäno-men, das den Zyklus zwischen Kaufen und Entsorgen beschleunigt und die produzierten Mengen immer mehr und mehr steigert. Unzählige Tonnen Altkleider wandern jedes Jahr in die Tonne – ob nun Mülltonne oder Alt­kleiderbox. Wer ökologisch denkt und sich bemüht, der Zukunft   möglichst wenig Abfall zu hinterlassen, fragt sich jedoch automatisch bei jedem Kleidungsstück, das ausgedient hat, was damit geschieht. Kann Altkleidung wirklich recycelt werden?

Strategien vor dem Wegwerfen. Im Grunde ist es ganz logisch: Um Abfall zu vermeiden, muss der Konsum eingeschränkt werden. Es ist weder sinnvoll noch notwendig, jeden Modetrend mitzumachen, eigenwillige Stilblüten im Besonderen. Wenige, hochwertige Kleidungsstücke, die gut kombinierbar sind, zeitlos und langlebig, garantieren, dass wir sie lange besitzen. Das ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um den Altkleiderberg zu reduzieren. Die Weitergabe von guten, aber nicht mehr gewollten Stücken steht im Ranking an Stelle zwei: Kinderkleidung an Jüngere in der Familie und im Freundeskreis weiterzureichen, genießt eine unendlich lange Tradition – und das mit Recht.
Besonders hochwertige, schöne Stücke in eine Vintage-Kleidersammlung zu geben, das heißt, anderen die Chance zu geben sie zu erwerben, gilt als Variante für Erwachsene und Freunde kostspieliger Markenware. Eine andere Möglichkeit sind Tauschparties, bei denen noch gut tragbare Kleidung einfach getauscht werden kann. Außerdem ist zu überlegen, ob nicht manchmal eine fachgerechte Reparatur infrage kommt, bevor Kleidungsstücke einfach weggeworfen werden, weil nur der Reißverschluss nicht mehr funktioniert.

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Dieser Artikel erschien
06_20. Vielleicht interessiert Sie auch: