NATÜRLICHE ALLESKÖNNER

Königin der Alpen

Zirben stehen beinahe sinnbildlich für Robustheit, Ausdauer, Geduld und Anpassungsfähigkeit. Der Alpenbaum wird vor allem für sein Holz und sein ätherisches Öl geschätzt und erlebt gerade eine wohlverdiente Renaissance weit über zünftige Bauernstuben hinaus.


Die Zirbe heißt eigentlich Zirbelkiefer (Pinus cembra), wird aber auch Zirbel oder in der Schweiz Arve genannt. Sie gehört zu den Kieferngewächsen, ist immergrün und in den Alpen und Karpaten zu Hause. Es gibt bis zu tausend Jahre alte Bäume, die bevorzugt in Höhen-lagen zwischen 1.500 und 2.000 Meter, aber auch bis 2.700 Meter Höhe wachsen. Die knor-rige Rinde, die vom Wetter zerzauste Krone, lange, dunkelgrüne Nadeln, aromatische Zapfen und das alles in Regionen, die meist als unwirtlich beschrieben werden, machen die Zirbe zu einem bemerkenswerten Baum, der so typisch für unsere Alpenregion ist.

Königlicher Titel. Ihr Titel „Königin der Alpen“ kommt nicht von ungefähr, denn ihre besonderen Eigenschaften haben dem Baum schon seit Jahrhunderten einen hohen Stellenwert eingeräumt. Die Zirbe muss widrigen Wetterverhältnissen trotzen: Stürmen und Frost, Dürre, saure Böden, Wasser und Schnee. Sie ist anpassungsfähig, ausdauernd, geduldig und nachgiebig – und das gilt auch für ihr Holz. Doch dazu etwas später.
Neben dem Holz werden auch die Zirbenkerne genutzt. Diese schmecken gut und sind mit 70 % Fett und 20 % Eiweiß sehr nahrhaft. Vergleichbar sind sie mit Pinienkernen, schmecken aber weniger harzig und erinnern mehr an Walnüsse. Sie werden meist zum Backen verwen-det. Ihr größter Fan ist der Tannenhäher, ein alpiner Vogel, der mit Leidenschaft Zirben-kerne sammelt und sie als Vorrat versteckt. Erfindet jedoch mehr als 20 % davon nicht mehr und daraus entstehen dann neue Zirben. Zirbenzapfen, in denen sich die Kerne befinden, werden außerdem zur Herstellung des „Zirbenen“ genutzt. Damit ist ein Zirbengeist bzw. -schnaps gemeint, für den Zirbenzapfen in Schnaps eingelegt werden. Nach einigen Wochen hat der „Geist“ dann eine dunkelbraun-rötliche Farbe bekommen und kann als Heil- und Genussmittel getrunken werden.


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Dieser Artikel erschien
06_20. Vielleicht interessiert Sie auch: