SERIE NATÜRLICHE ALLESKÖNNER

Wie die Schwammerl...

… wachsen manche Dinge aus dem Boden. Im Idealfall sind es tatsächlich Pilze, denn heute besinnt man sich wieder der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieser Wald- und Wiesenfrüchte – in der Küche, der Medizin und Naturheilkunde, in der Kosmetik und vielen weniger bekannten Bereichen.

Pilze gehören weder zu den Tieren noch zu den Pflanzen, sie bilden eine eigene Familie, nämlich jene der „Fungi“. Sie sind zwar sesshaft wie die Pflanzen, betreiben jedoch keine Photosynthese und müssen sich durch die Aufnahme organischer, gelöster Substanzen ernähren.
Der Herbst ist traditionell die Zeit der Pilze: Sie schmücken Hauseingänge und Dekorationsobjekte, sind in Magazinen und als herbstliches Motiv zu finden und bedecken vielerorts auch den Waldboden, wo sie ihres Schicksals harren. Letzteres heißt „gesammelt werden“. In Österreich ist es nämlich nach wie vor üblich, den Herbst für das Sammeln von Steinpilzen, Eierschwammerln, Butterröhrling, Parasol, Reizker und vielen anderen schmackhaften Sorten zu nutzen.

Des Sammlers Freud’

Allerwichtigste Grundregel beim Schwammerl suchen: Nichts essen, was man nicht wirklich zweifelsfrei kennt! Manche Speisepilze sind von ihren giftigen Zwillingen kaum zu unterscheiden. Den Klassiker unter den Pilzsucherpannen stellt hier die Verwechslung von Wiesenchampignon und Knollenblätterpilz dar, die schon so manchen Sammler – und die Mitesser – das Leben gekostet hat. Doch auch andere Doppelgänger sind nichts für Laien:  harmlose Rotkappe und giftiger Fliegenpilz, Parasol und Schirmling, Steinpilz und Gallenröhrling oder auch Steinpilz und Satanspilz.
Wer sich bei der Pilzbestimmung nicht ganz sicher ist, sollte vorab ein Pilzseminar besuchen oder einen versierten Pilzkenner zum Sammeln mitnehmen – was auch den Vorteil hätte, dass er die besten Plätze kennt. Bestimmungsbücher und Webseiten sind vor Ort wahrscheinlich wenig probate Hilfsmittel. Wird jedoch ein Pilz aus dem Wald mit nach Hause genommen, um ihn eindeutig zu identifizieren, dann können Pilzdatenbanken hilfreich sein.

Dieser Artikel erschien
06_19. Vielleicht interessiert Sie auch: