SCHLUSS MIT LUSTIG!

Ein guter Plan

Führende heimische Klimawissenschaftler stellten kurz vor der Wahl ihre Expertise zum Klimaschutz zusammen. Jetzt braucht es nur noch mutige Politiker, die sich mit den vorgeschlagenen Maßnahmenpaketen im Detail vertraut machen, Prioritäten setzen, die Ärmel hochkrempeln und an die Umsetzung gehen.

Man schreibt gerade das Jahr 2011, als führende heimische Klimaforscher ihre Kräfte bündelten und das Climate Change Center Austria (CCCA) gründeten, das sich als Anlaufstelle für Forschung, Politik, Medien sowie Öffentlichkeit versteht. Dabei wird versucht, Antworten auf brennende Fragen der Klimaforschung zu finden. Zu den Mitgliedern zählen z.B. heimische Universitäten, das Austrian Institute of Technology (AIT), Joanneum Research, Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo), das Umweltbundesamt oder die Zentralanstalt für Meteorologie.

Klimaziele erreichen

Die erste gemeinsame Aktivität war die Erstellung eines österreichischen Klimaberichts nach Vorbild des Weltklimarats IPCC. Im September wurde der Entwurf für einen Referenzplan als Grundlage für einen wissenschaftlich fundierten und mit den Pariser Klimazielen in Einklang stehenden Nationalen Energie- und Klimaplan für Österreich (Ref-NEKP) erstellt. Wie sehr es den Wissenschaftlern unter den Fingernägeln brennt, auf rasche Lösungen zu pochen, zeigt der Projektplan: Die erste Idee dazu keimte im April auf und bereits sechs Monate später war der Referenzplan fertig. Ziel war es, einen Dialog mit der Politik in Gang zu bringen, also keine neuen Vorschriften zu machen, sondern mögliche Wege aufzuzeigen, die für Österreich gangbar sind, um einen sinnvollen Beitrag zum Erreichen der Pariser Klimaziele zu leisten.
Die Botschaft an die Politik ist klar: Ein Nicht-Handeln wird einen sogenannten „Hothouse Earth“-Prozess lostreten, der dann auch mit noch so gut gemeinten Klimaschutzaktivitäten nicht mehr umkehrbar oder zu stoppen ist. „Es ist nicht der Plan, vor dem man Angst haben muss, es ist der Klimawandel“, kommentierte Klimaforscherin Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb vom Institut für Meteorologie und Klimatologie an der BOKU Wien das umfassende Papier und fordert die Regierung auf, ihre Hausaufgaben zu machen.

Dieser Artikel erschien
06_19. Vielleicht interessiert Sie auch: