BYE-BYE ÖLHEIZUNG

Sinnvolle Maßnahme oder „Bauernopfer“?

Seit Anfang des Jahres sind Ölkessel im Neubau verboten. Geht es nach den Plänen der Bundesregierung, soll der totale Ausstieg aus der Ölheizung bis 2035 abgeschlos-sen sein. Nicht alle glauben aber an die Machbarkeit und Sinnhaftigkeit des Verbots.


In Österreich sind noch rund 600.000 Ölheizungen in Betrieb. Laut einer Studie der Wirtschaftsuniversität Wien im Auftrag der Arbeiterkammer sind Ölkessel überpro-portional noch in Westösterreich, besonders im Eigentum, zu finden und werden oft von Paarhaushalten in Pension verwendet.
Ölheizungen sind schlecht für das Klima, weil sie beim Verbrennen CO2 emittieren und zur Erderwärmung beitragen. Das ist ebenso unbestritten wie die Tatsache, dass sie dem europäischen Ziel der Klimaneutralität im Weg stehen und zusätzlich die Ab-hängigkeit Österreichs von Importen aus „problematischen“ Regionen wie dem Nahen Osten oder Russland erhöhen. Bis 2035 sollen daher Ölkessel ausnahmslos aus allen Ein- und Mehrfamiliengebäuden verschwunden sein, so sieht es jedenfalls das Klimapaket 2030 der österreichischen Bundesregierung vor. Dafür hat Umwelt-ministerin Leonore Gewessler von den Grünen einen Stufenplan zum verpflichtenden Austausch von Ölheizungen vorgelegt (siehe Kasten rechts), der von den Bundes-ländern umzusetzen ist. Für die dafür notwendigen Umrüstungsmaßnahmen sind Förderungen im Volumen von 400 Millionen Euro vorgesehen, die alleine 2021 und 2022 in die Ökologisierung der Heizsysteme fließen sollen.

Widerstand gegen die Pläne.
Seit die Regierungspläne auf dem Tisch liegen, regt sich dagegen massiver Widerstand. Zu den lautesten und vehementesten Kritikern zählt die Fachgruppe Energiehandel Österreich in der Wirtschaftskammer. Mit Online-Aufrufen wie „Wir wehren uns dagegen. Machen Sie mit!“ versucht die Fachgruppe seit Monaten, Ölheizungsbesitzer gegen die Pläne zu mobilisieren. Immerhin bezweifeln Kritiker, ob es rein technisch überhaupt möglich ist, sämtliche veralteten Ölkessel im vorgegebenen Zeitrahmen zu ersetzen. Bisher wurden österreichweit im Jahr 15.000 bis 20.000 Ölkessel getauscht, laut Ausstiegsszenario der Regierung müssten es künftig gut doppelt so viele sein – also an die 100 Kessel täglich.

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05_20. Vielleicht interessiert Sie auch: