WIEVIEL FLEISCH WIR ESSEN

Die neue Lust am Fleisch

Immer öfter landet Bio-Fleisch auf den heimischen Tellern. Verglichen mit dem Marktanteil von Bio-Produkten generell ist jedoch noch viel Wachstumspotenzial gegeben.


Schnitzel, Steak oder Kotelette stehen sehr häufig auf dem Speiseplan der Österreicher, erst recht in der sommerlichen Grillsaison. Rund 63 Kilo Fleisch werden – zumindest statistisch gesehen – pro Kopf und Nase pro Jahr verzehrt. Immer öfter wird dabei zu Fleisch in Bio-Qualität gegriffen. „Der Marktanteil von Bio-Fleisch liegt derzeit bei 4,7 Prozent“, sagt Florian Egger, MSc, Qualitätsmanager Bio bei der AMA (Agrarmarkt Austria Marketing). Da-bei gebe es jedoch noch viel Luft nach oben, wenn man zum Vergleich den Bio-Anteil heran-zieht: Denn der Marktanteil von Bio-Produkten generell im Lebensmitteleinzelhandel liegt derzeit bei knapp 10 %. Besonders gerne greift man dabei hierzulande nach Bio-Milch, deren Marktanteil Egger mit 22,4 % beziffert. Danach folgen Eier mit 21 % und Erdäpfel mit 18 %.

Rind ist Spitzenreiter. Besonderer Beliebt­heit bei den Konsumenten erfreut sich das Bio-Rindfleisch. Dessen Marktanteil im Handel und in der Verarbeitung liege bei rund 16 %, Tendenz stark steigend, weiß Mag. Hermann Mittermayr, Geschäftsführer der Bio Austria Marketing GmbH sowie der Bio Austria OÖ Handels-& Dienstleistungs GmbH. Weniger gefragt sind hingegen Schweine- und Hühnerfleisch in Bio-Qualität.
Für Mittermayr hat die Affinität zu Bio-Rind­fleisch verschiedene Gründe. Zum einen sei das Thema Bio-Fleisch traditionell vom Bio-Rind, oder genauer gesagt vom Bio-Jungrind, besetzt, das seit mittlerweile rund 20 Jahren am Markt ist. „Das Bio-Jungrind war damals noch ein Unikat in Österreich“, erklärt Mittermayr. Seit zehn, zwölf Jahren sei mittlerweile auch das Fleisch erwachsener Rinder am Markt vertreten. Die in vielen Regionen praktizierte Wiesen- und Almhaltung sei ein weiterer Grund für die Beliebtheit von  Bio-Rindfleisch. „Grünlandhaltung heißt zwar nicht per se, dass es sich um Bio handelt“, sagt dazu Priv.-Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder, Leiter des Instituts für Biologische Landwirtschaft und Biodiversität der Nutztiere an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein. „Allerdings liegt der Anteil der Bio-Betriebe in Regionen mit reiner Grünland­haltung bei mehr als 50 Prozent.“      

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05_19. Vielleicht interessiert Sie auch: