WASSER MARSCH!

Mit der reinen Kraft des Wassers

Mit Inkrafttreten des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes soll der Umbau unseres Energiesystems in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaneutralität vorangetrieben werden. Bei den Zielvorgaben zu erneuerbaren Energiequellen spielt der Ausbau der Wasserkraft eine entscheidende Rolle. Natur­schützer sehen Neubauprojekte allerdings kritisch.

Mit der Verabschiedung des „Bundesgesetzes über den Ausbau von Energie aus erneuerbaren Quellen“, kurz Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG), will die Bundesregierung die im Pariser Klimaschutzabkommen 2015 formulierten europäischen Ziele noch deutlich über-treffen. Während EU-weit der Bruttoendenergieverbrauch bis 2030 zu mindestens 32 Pro-zent aus erneuerbaren Energiequellen stammen soll, will Österreich die Stromproduktion bis zu diesem Zeitpunkt „zu 100 Prozent aus heimischen Ressourcen aus erneuerbaren Energiequellen abdecken“. Aktuell liegt dieser Anteil bei 70 bis 75 Prozent. Um dieses Ziel vor dem Hintergrund eines auch weiterhin wachsenden Stromverbrauchs zu erreichen, berechnen Experten einen zusätzlichen Strombedarf von 27 TWh (Terawattstunden) an Ökostrom, eine Erhöhung um rund 50 Prozent im Vergleich zur derzeitigen Situation.
Neben Photovoltaik (+ 11 TWh), Windenergie (+ 10 TWh) und Bio­masse (+ 1 TWh) soll dieses Plus über den Ausbau der Wasserkraft in einer Höhe von zusätzlichen fünf TWh gelingen. Derzeit produzieren die österreichweit rund 5.200 Wasserkraftwerke über das gesamte Jahr je nach Wasserführung der Flüsse zwischen 38 und 41 TWh.

 
Konfliktpotenzial Neubauprojekte. Aus der Sicht von Mag. Philipp M. Rehulka, Geschäfts-führer MeinAlpenStrom, „macht es Sinn, die Potenziale der Wasserkraft optimal zu nutzen“, auch wenn ihm durchaus bewusst sei, dass ein weiterer Ausbau mit zusätzlichen Kraftwer-ken von vielen Menschen „kritisch gesehen wird“. Zwei Kleinwasserkraftwerke betreibt das Unternehmen an der Mur, dank Partnerschaften mit weiteren zehn ausgewählten Klein-kraftwerken werden so 12.000 Kunden mit Ökostrom beliefert. MeinAlpenStrom setzt für die weitere Expansion eher auf neue Partnerschaften und Revitalisierung. Konkrete Neubauprojekte seien derzeit nicht in der Pipeline.

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04_21. Vielleicht interessiert Sie auch: