ZUKUNFT LANDWIRTSCHAFT

Landwirtschaft im (Klima-)Wandel

Wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig ist gerade die Landwirtschaft von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Das erfordert ein Umdenken in vielen Bereichen: von der Sortenwahl bis zur Bodenpflege.

Hitze und Trockenheit, Starkregen und Spätfröste, Stürme und Hagel – das Wetter spielt immer verrückter und wird es in Zukunft womöglich noch stärker tun. Grund dafür ist die Erderwärmung, die auch in Österreich nicht wegdiskutiert werden kann. Während weltweit gesehen der Temperaturanstieg seit dem Ende des 18. Jahrhunderts bei einem Grad liegt, sind die Durchschnittstemperaturen im Alpenraum bereits um zwei Grad gestiegen. Werden die Treibhausgasemissionen nicht gebremst, wird in den kommen Jahren für die Alpenrepublik ein Temperaturanstieg von bis zu sechs Grad prognostiziert.

Wein wie in Südfrankreich. Deutlich spürbar ist die Klimaerwärmung bereits jetzt in der Landwirtschaft, hängt diese doch wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig von den klimatischen Einflüssen und Bedingungen ab. „Sie und der Tourismus sind vom Klimawandel am stärksten betroffen“, das bestätigt Mag.  Dr. Franz Prettenthaler, Direktor des LIFE – Center for Climate, Energy & Society der Joanneum Researchgesellschaft.
So haben die steigenden Temperaturen beispielsweise dazu geführt, dass die Vegetationsperiode deutlich früher beginnt als noch vor einigen Jahrzehnten. „Der Wein etwa ist jetzt vier Wochen früher dran, als unsere Aufzeichnungen noch von vor dreißig Jahren zeigen“, sagt Prettenthaler. Sind die Vegetationsperioden länger, können darüber hinaus sogenannte Winterkulturen von den höheren Niederschlägen in der kalten Jahreszeit profitieren. Gleichzeitig steigt die Nutzungshäufigkeit bei Grünlandwirtschaft. Das heißt, statt zweimal pro Jahr kann viermal im Jahr gemäht werden.
Weil es wärmer wird, ändern sich aber auch die Sorten und Kulturen. Im Kamptal, früher einem doch eher kühlen Weinanbaugebiet, finden sich zunehmend kräftigere Weine, ja sogar Rotweine. In der Steiermark hingegen wird es allmählich den Schilcher- und Welschriesling-Trauben zu warm. An ihrer Stelle hält beispielsweise der Sauvignon Einzug in den Weingärten, so Prettenthaler.

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04_19. Vielleicht interessiert Sie auch: