PIONIERE & PRODUZENTEN

Der Anwalt und seine Bienen

Ein alter Bauernhof, ein Faible für das Imkern und eine große Portion Idealismus standen am Anfang eines Projektes, das Genuss bringt und die Umwelt schützt. Längst geht Miëlo über die Idee, guten Honig zu produzieren, weit hinaus.

Miëlo ist die Esperanto-Übersetzung für Honig und der ist das Produkt, um das sich die Freizeit von Dr. Ernst Brandl, einem Rechtsanwalt aus Wien, dreht. „Ich habe vor mehr als zehn Jahren beschlossen, einen verfallenen Bauernhof zu kaufen und dachte, dass auf einen Bauernhof auch Tiere gehören. Da alle Tiere – bis auf die Bienen – tägliche Zuwendung brauchen, lag das Imkern, für das ich mich ohnedies schon länger interessierte, nahe“, erzählt der umtriebige Jurist.
Ergebnis war schließlich eine Imkerei in Krumau am Kamp und am Schweizerhof in Traismauer, die weit über die Produktion von Honig hinausgeht. Derzeit sind es achtzig Bienenvölker, die Brandl betreut, und damit per Ende Juni etwa vier Millionen Bienen. „Die Honigproduktion variiert von Jahr zu Jahr“, erklärt der Hobbyimker. „Heuer liegt der Ertrag wegen des kalten Mais wahrscheinlich weit unter dem Durchschnitt.“ Brandls Sohn Lukas unterstützt den Vater bei der Arbeit mit den Bienen. Rudi Berger, ein Freund aus Krumau, hilft immer dann, wenn etwas kaputtgeht oder zu konstruieren ist.

Diversität nur mit Bio.
Dass Brandl mit seinen Bienen auf Bio setzt, kommt nicht von ungefähr – es ist schlicht die logische Konsequenz zu dem, was bisher geschehen ist. „Meine Krumauer Freunde erzählen, dass man vor 30 Jahren geradezu über Fasane, Rebhühner, Igel und Maulwürfe gestolpert ist. Im Lauf der Zeit sind fast alle diese Lebewesen verschwunden. Diese Beobachtung wird von vielen Menschen geteilt und die Wissenschaft bestätigt, dass dieser Rückgang auf die Verwendung von Pestiziden zurückzuführen ist. Kurzgefasst: Insekten sterben und die wichtigste Nahrungsquelle für viele andere Tiere geht damit verloren, die Artenvielfalt, das ökologische Gleichgewicht, die Zukunft der Natur und damit auch unsere Ernährung stehen auf dem Spiel.

Dieser Artikel erschien
04_19. Vielleicht interessiert Sie auch: