ALTERNATIVE BIOSPRIT?

Biogener Treibstoff mit (Konflikt-) Potenzial

Rund 300.000 Tonnen Biodiesel sind zuletzt in Österreich hergestellt worden. Mehr als 60 Prozent davon wurden aus Altölen, Speise- sowie tierischen Fetten produziert. An weiteren Alternativen zu Raps, Sonnenblumen und Co. wird geforscht.

Lange Jahre war er in aller Munde, jetzt ist Biodiesel nur noch in vieler Autos Tank. Die damals teils heftig geführten Debatten, ob der Anbau von Ölsaaten zur Herstellung des biogenen Kraftstoffes zulasten der Nahrungsmittelproduktion gehe, sind so gut wie verstummt. DI Alexander Bachler, Energiereferent der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ), wundert das nicht: „Dieses Dilemma gibt es in Österreich nicht.“ Rund 40.500 der insgesamt 890.000 Hektar Getreide- und Ölsaat-Anbaufläche waren im Vorjahr nach Angaben der AMA für die gelb blühende Ölsaat reserviert. Wie viel davon tatsächlich für die Biodieselproduktion verwendet wurde, darüber gibt es nur Schätzungen. „Wir gehen je nach Ertrag von einem Wert zwischen 10.000 und 20.000 Hektar aus“, sagt Bachler. Pro Hektar Anbaufläche könne man mit einer Tonne Pflanzenöl rechnen, erklärt er weiter.
Wobei nicht nur Öl aus Raps gewonnen wird: Der bei der Ölproduktion – sei es für Biodiesel, sei es als Lebensmittel – anfallende Presskuchen geht als Eiweiß zu 100 Prozent in die Fütterung. Der eingesetzte Katalysator wird weiters als Düngemittel und das anfallende Glycerin als wichtige Substanz in der Pharmaindustrie eingesetzt. „Raps wird also zur Gänze verwertet“, sagt Bachler. Sonnenblumen und Soja, aus denen ebenfalls Biodiesel gewonnen wird, spielen übrigens bei den heimischen Herstellern eine eher untergeordnete Rolle. Soja werde primär als Eiweißfuttermittel-Lieferant angebaut, erklärt der LKÖ-Experte. Grund dafür sei der im Vergleich zu Raps niedrigere Ölgehalt. Während aus Rapspflanzen bis zu 50 Prozent Öl gewonnen werden können, sind es bei Soja rund 20 Prozent.

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04_19. Vielleicht interessiert Sie auch: