WENIGER ABFALL

Bewahren statt entsorgen

Die Müllberge wachsen, auch wenn wir Österreicher gelernt haben, zu trennen, zu reduzieren und zu recyceln. Irritierend sind manchmal die unterschiedlichen Sammelsysteme. Außerdem werden wir den Verdacht nicht los, dass viele noch immer nicht wissen, was in welche Tonne gehört.  

Vor der Mülltrennung kommt die Müllvermeidung. Sie ist oberstes Prinzip, wenn es darum geht, unsere Abfälle nachhaltig zu managen. Das kann auf unterschiedlichen Wegen passieren, etwa durch Restlküche, um Bioabfälle zu vermeiden, eine alternative Nutzung noch brauchbarer Gegenstände, die ihren ursprünglichen Nutzen verloren haben, oder beispielsweise durch Reparatur. Fällt doch Müll an, ist es wichtig, ihn zu trennen, denn nur so können die Stoffe einem neuen Nutzen zugeführt werden.
Dass die Mülltrennung hierzulande recht unterschiedlich geregelt sein kann, liegt vor allem daran, dass die Gemeinden zur Haushaltssammlung verpflichtet sind, dieselbe aber vor allem organisieren, wenn auch nicht unbedingt selbst in die Hand nehmen müssen. Sie dürfen auch private Unternehmen damit beauftragen. In Wien wird dabei nur ein geringer Teil an Private abgegeben (etwa 13 %), andere Städte betreiben eigene Entsorgungsunternehmen. Viele Gemeinden schließen sich in Abfallwirtschaftsverbänden zusammen und regeln so die Entsorgung gemeinschaftlich. Da jedoch jeder Müllentsorger eigene Verarbeitungswege beschreitet, muss auch auf unterschiedliche Weise gesammelt werden.

Was wir loswerden wollen. Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus erstellt jährlich einen Statusbericht über den heimischen Mist und seine Wege: „Die Bestandsaufnahme der Abfallwirtschaft in Österreich“. Demgemäß lag das Abfallaufkommen in Österreich 2017 bei rund 64,19 Mio. Tonnen, wobei dieses Volumen aus überwiegend Primärabfällen und 2,99 Mio. Tonnen Sekundärabfällen, die wiederum aus der Behandlung von Primärabfällen resultieren – etwa Aschen aus der Abfallverbrennung –, bestehen. Von 2009 bis 2017 stieg das Aufkommen der Primärabfälle um 18 % an.

Dieser Artikel erschien
04_19. Vielleicht interessiert Sie auch: