BAUEN & WOHNEN

WÄNDE-WENDE

Ökologische Baumaterialien tragen wesentlich zu einem angenehmen Raumklima bei. Sie regulieren Luftfeuchtigkeit und Temperatur, geben keine oder nur wenig Schadstoffe ab und sind somit auch ein wichtiger Schlüssel für Wohlbefinden und Gesundheit der Bewohner.

Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Abgeschlagenheit, Schlafstörungen, brennende Augen oder Atemwegserkrankungen – Beschwerden wie diese sind häufig nicht auf Verkühlungen, Allergien oder ähnliche Ursachen zurückzuführen, sondern auf die vier Wände, in denen wir uns tagtäglich aufhalten. Studien gehen davon aus, dass Gebäude für immerhin 20 Prozent aller Krankheiten verantwortlich sind. „Wie man weiß, verbringen wir in unseren Breiten zirka 90 Prozent der Zeit in Innenräumen“, sagt dazu Mag. Robert Schmid, Geschäftsführer der Baumit Beteiligungen GmbH, die im Viva-Forschungspark, Europas größtes Forschungsprojekt für vergleichende Baustoffe, laufend die Auswirkungen von Baumate-rialien auf Gesundheit und Wohlbefinden in mittlerweile zwölf Häusern untersucht.

Leben in Balance. Dass Gebäude die Gesundheit der Nutzer schwächen oder sie möglicherweise sogar ernsthaft krank machen, ist auf verschiedene Faktoren zurück zu führen. Einer davon ist das fehlende Gleichgewicht zwischen Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit. „Wenn diese Faktoren nicht ausbalanciert sind, dann fühlen wir uns häufig akut unwohl“, erklärt OA Assoz.-Prof. DI Dr. Hans-Peter Hutter, Department für Umwelthygiene und Umweltmedizin, ZPH, MedUni Wien. Aber nicht nur das: Zu hohe Luftfeuchtigkeit kann zu Feuchteschäden und Schimmel führen. Die Folge können unter anderem Reizungen der Atemwege und vermehrtes Auftreten von Atemwegserkrankungen sein.
Gleiches gilt, wenn die Luft in den Innenräumen zu trocken ist. Etwa, weil aufgrund fehlender Dämmung stark geheizt werden muss. Außerdem bleiben bei geringer Luftfeuchte die Staubteilchen und somit auch Infektionserreger länger in der Luft. Kommen dann noch Luftschadstoffe in höheren Konzentrationen in der Innenraumluft vor, etwa weil nicht auf die Verwendung emissionsarmer Produkte geachtet wurde, verstärkt das die negativen Auswirkungen.

Dieser Artikel erschien
03_19. Vielleicht interessiert Sie auch: