MEHR FLUGVERKEHR

Klimafeind über den Wolken

Die CO2-Emissionen steigen und steigen. Auch aufgrund des immer stärker wachsenden Flugverkehrs. Denn Einsparungen durch bessere Technologien werden durch mehr fliegen, mehr Straßenverkehr oder mehr industrielle Produktion immer wieder zunichte gemacht.

Um knapp fünf Euro nach Bologna oder Korfu, um knapp 17 Euro nach London, oder um rund 180 Euro in die USA – Flugtickets sind so günstig wie nie. Dementsprechend boomt das Verkehrsmittel Flugzeug: Der Internationale Luftverkehrsverband IATA geht davon aus, dass die Zahl der Fluggäste bis zum Jahr 2035 von derzeit rund vier Mrd. auf 7,2 Mrd. pro Jahr steigen wird. Im Aufwind befindet sich aber auch der Luftfrachtverkehr: Prognosen gehen davon aus, dass er von 2017 bis 2037 von rund 256 auf rund 584 Mrd. RTK (Tonnenkilometer) steigen wird. Im Vorjahr wurden bereits etwa 62 Mrd. Tonnen Güter in der Luft befördert.

Emissionen schießen in die Höhe. Während sich Konsumenten über günstige Reisen und ein überreiches Angebot an Waren aus aller Welt freuen, zählt die Umwelt zu den großen Verlierern des Luftfahrtbooms. „Fliegen ist die umweltschädlichste Verkehrsform, und sie löst sehr viel zusätzlichen Straßenverkehr aus“, sagt Karl Schellmann Energie- und Klimasprecher des WWF. Das bestätigt auch VCÖ-Experte Markus Gansterer: „Der Flugverkehr ist ein besonders großer Klimasünder." Mit dem zunehmenden Flugverkehr schießen daher auch seine Treibhausgas-Emissionen in die Höhe. Im Jahr 1990 verursachte der Flugverkehr 0,9 Mio. Tonnen, im Vorjahr waren es 2,3 Mio. Tonnen. Das entspricht laut VCÖ dem jährlichen CO2-Ausstoß von 1,5 Mio. Benzin Pkw. Während in Österreich die CO2-Emissionen des Pkw-Verkehrs seit dem Jahr 1990 um 60 Prozent und jene des Straßengüterverkehrs (inklusive Klein-Transporter) um 91 Prozent zugenommen haben, sind die klimaschädlichen Emissionen des Flugverkehrs um 155 Prozent gestiegen. In der EU haben sich die vom Flugverkehr verursachten Treibhausgas-Emissionen von 83 Mio. Tonnen im Jahr 1990 auf zuletzt 164 Mio. Tonnen fast verdoppelt.

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03_19. Vielleicht interessiert Sie auch: