SERIE: BIO-PRODUZENTEN & PIONIERE

Jetzt kommt Bewegung in den Verkehr

Mit dem Smartphone den Verkehr reduzieren und die Welt nachhaltig verbessern – das ist auf den Punkt gebracht die Idee von „ummadum“, der neuen Mobilitätsplattform aus Tirol.

Autostoppen, Mitfahrzentralen und Fahrgemeinschaften gibt es schon seit den 50er-Jahren. Hohe Benzinpreise und langweilige Langstreckenfahrten waren die ursprünglichen Gründe, warum Börsen – damals noch in realen Büros – gegründet wurden. Oder man stellte sich einfach an den Fahrbahnrand und hielt den Daumen hoch. Heute ist es vor allem der Umweltschutz, der dem Mindset „Gemeinsam nutzen anstatt besitzen“ neuen Antrieb verliehen hat. Ein eigenes Auto kostet Geld in der Anschaffung und Erhaltung, zudem bleiben auf vielen Fahrten ohnehin vier von fünf Sitzen leer.

Infrastruktur ist am Limit. Dass dieser leere Sitz mehr wert ist, als man denkt, beweisen nun René Schader und Thomas Angerer, die Gründer des Tiroler Startups ummadum. Sie entwickelten eine Mitfahr-App mit Echtzeitdaten, die nicht nur Auto-Partner vermittelt, sondern alle Verkehrsströme anzeigt. So fällt die Entscheidung aufgrund der Verkehrslage schon oft leichter, ob gerade ein Auto oder doch besser Bahn oder Bim die bessere Alternative sind. „Früher hörte man im Verkehrsfunk hauptsächlich vom Stau auf der Südosttangente. Heute beschränkt sich das aber längst nicht mehr auf die Wiener Stadtautobahn. Auch in Wörgl, Landeck, Graz oder Linz ist das tägliche Verkehrschaos vorprogrammiert. Die Infrastruktur ist am Limit und wenn es einen Unfall gibt, dann steht nicht nur die Autobahn, sondern auch der gesamte Ausweichverkehr“, beschreibt Schader seine Beobachtungen. Die Lösung heißt: „Fahrten verhindern.“
Das hilft der Umwelt, dem Klima und den Nerven, denn immerhin braucht ein Auto 9 bis 12 Quadratmeter Platz, um meist nur eine Person zu transportieren. „Diese Ressourcen galt es zu heben. Gleichzeitig begegnen sich die Menschen wieder und die Lebensqualität steigt“, ist ein wichtiges zusätzliches Anliegen. Dass also in Sachen Mobilität dringender Handlungsbedarf herrscht, war ein Gedanke, der schon lange in Schaders Kopf reifte, bis die Idee der Mitfahrbörse entstand.

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03_19. Vielleicht interessiert Sie auch: