NATÜRLICHER ALLESKÖNNER

Mit Hopfen zu Ruhe und Gelassenheit

Wer Hopfen hört, assoziiert vermutlich automatisch Bier damit. Dabei ist Hopfen eine uralte Kultur- und Heilpflanze, die viel mehr kann, als nur dem Getränk seinen charakteristischen Geschmack zu geben. Einen Hinweis auf die Vielseitigkeit gibt vielleicht die Pflanzenfamilie, aus der der Hopfen stammt: die Hanfgewächse.

Alle Hopfenarten wachsen auf der Nordhalbkugel – und das sind immerhin mehrere Hundert. Ihr bekanntester Vertreter ist der Echte Hopfen, die wohl wichtigste Zutat beim Bierbrauen. Wer Hopfen schon einmal als wildwachsende Pflanze entdeckt hat, der weiß, wie hübsch die durch und durch grüne Kletterpflanze anzusehen ist. Die männliche (Rispe) und die weibliche Blüte (Ähre) sehen unterschiedlich aus, weibliche Blüten, die sogenannten Hopfenzapfen, werden geerntet, um Arzneimittel daraus herzustellen. Zuchtformen werden vier bis acht Meter hoch, Wildformen sind mit bis zu sechs Metern etwas kleiner. Auch die Blütenstände sind kleiner als bei den Zuchtformen. Fühlt sich der Hopfen an einem Ort wohl, dann ist er auch schwer wieder loszuwerden, den aus den Rhizomen treiben viele kleine Triebe aus, die durchschnittlich 10 cm pro Tag wachsen. In freier Wildbahn fühlt sich Hopfen vor allem in Auwäldern recht wohl.

Volatiler Hopfenpreis. Zu den wichtigsten Hopfen-Anbauländern weltweit gehören die USA, Deutschland und Tschechien. In Österreich mit 248 Hektar Anbaufläche (Stand 2016) wird vor allem im Mühlviertel, im steirischen Leutschach sowie im Waldviertel angebaut. Da jedoch damit nur 23 Prozent des Bedarfs gedeckt werden können, ist Österreich auf den Hopfenimport angewiesen. Auf dem Weltmarkt schwankt der Hopfenpreis mitunter um das Zehnfache, was Anbau und Einkauf zum risikoreichen Geschäft macht.
Wer Hopfen selbst im Garten anbauen möchte, sollte der Pflanze ein warmes, sonniges bis halbschattiges Plätzchen zuteilen. Über eine geeignete Kletterhilfe freut sich die Pflanze, aber auch der Gärtner, der so den Wuchs ein wenig steuern kann. Hopfen lässt sich gut mit Edelwicken oder Trichterwinde kombinieren. Auch die italienische Waldrebe eignet sich, denn auch sie wird wie der Hopfen im Spätwinter bis zum Boden zurückgeschnitten.

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