PERMAKULTUR

Miteinander leben und ernten

Als ganzheitlicher und vor allem nachhaltiger Ansatz für Landwirtschaft, Gartenbau und das Leben miteinander geht die Permakultur weit über das Maß eines Selbstversorgergartens hinaus. Wer das Prinzip erfasst, findet in vielen Aspekten des täglichen Lebens Bereicherung. Die zukunftsfähige Gestaltung produktiver Lebensräume könnte eine Chance für künftige Versorgungsmodelle sein.


Permakultur lediglich mit der Idee zu assoziieren, zu mulchen statt umzugraben, Frucht-folgen zu beachten, auf chemisch-synthetische Dünger und Pestizide zu verzichten und sich selbst zu versorgen, wäre viel zu kurz gegriffen – auch wenn all das grundsätzlich stimmt. Die zentralen Gedanken der Permakultur drehen sich um Fürsorge für die Erde („care for the earth“), Fürsorge für die Menschen („care for the people“) und die faire Verteilung aller Überschüsse an Zeit, Geld und Energie („fair share – contribute surplus time, money and energy“), um das Zusammenwirken der Lebewesen in den natürlichen Ökosystemen dieser Welt.     
Es handelt sich dabei um eine achtsame, nachhaltige und energie­effektive Gestaltung von Lebensraum und Lebensweise – eine Bewegung, deren Ursprung eine permanente Agrikultur ist, die aber alle Bereiche des Lebens erfasst.

Bewegung mit unzähligen Aspekten. „Permakultur ist eine eigene Philosophie, eine eigene Ethik – nicht umsonst steckt der Begriff ‚Kultur‘ im Wort“, bestätigt Valerie Seitz, M.Arch., Leiterin der Permakultur Akademie Austria. „Es ging ursprünglich um Erde, das Ökosystem, doch schon bald wurde klar, dass auch der Mensch und alle Lebewesen, die mit Erde zu tun haben, bis hin zum Bakterium, respektiert werden müssen. Permakultur bindet alle ein und sucht nach Modellen, wie der Ertrag so verteilt werden kann, dass es sich für alle ausgeht. Der Aspekt des ‚Fair Share‘ ist genauso zentral wie die Landwirtschaft, die Tiere und alle Menschen.“  Für die Expertin für Permakultur ist deren Bandbreite beeindruckend, aber überschaubar, denn selbst Technik, soziale Belange und Ökonomie spielen in dieser Bewe-gung eine Rolle – wenn auch stets unter dem Dach der Nachhaltigkeit und sozialen Verträglichkeit.


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