FRISCH SERVIERT

Mehr Bio in die Gastronomie

Während im Lebensmitteleinzelhandel der Boom von Bio weitergeht, sind nach Angaben von BIO AUSTRIA nur drei Prozent der für die Gastronomie gekauften Lebensmittel Bio. Mehr Information und Gütesiegel sind wichtige Helfer, um diesen Anteil zu steigern.


Der Siegeszug biologischer Lebensmittel in den Haushalten setzt sich fort und hat sogar im Vorjahr ganz besonders an Tempo gewonnen. 2020 war nach Angaben der RollAMA Markt-erhebung die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln in Österreich so hoch wie nie zuvor. Demnach wurden alleine im Lebensmitteleinzelhandel Bio-Lebensmittel im Wert von mehr als 713 Millionen Euro gekauft. Im Schnitt hat somit jeder Haushalt rund 190 Euro für frische Bio-Lebensmittel – exklusive Brot und Gebäck – ausgegeben, um 33 Euro mehr als 2019. Die eingekaufte Menge stieg um 17 Prozent, die Ausgaben erhöhten sich sogar um 23 Prozent. Das schlägt sich auch im Marktanteil im Lebensmitteleinzelhandel nieder: Er erreichte     im Vorjahr erstmals zehn Prozent.
„Damit wurde eine Schallmauer durchschlagen“, freut sich Dr. Michael Blass, Geschäftsfüh-rer der AMA-Marketing. Die Nachfrage nach Milch, Fleisch oder Obst mit dem Bio-Siegel dürfte sogar noch wachsen. Laut AMA-Umfrage gaben 14 Prozent der Teilnehmer an, künftig noch mehr Produkte aus biologischer Landwirtschaft kaufen zu wollen. „Dieser Erfolgslauf von Bio kommt ja nicht von ungefähr“, ergänzt dazu auch Gertraud Grabmann, Obfrau des Bio-Verbandes BIO AUSTRIA. Immer mehr Konsumenten würden wissen, dass ökologische Nachhaltigkeit eine Kernkompetenz der biologischen Landwirtschaft sei. „Die Corona-Krise hat den Wunsch nach umweltschonend hergestellten, gesunden Bio-Lebensmitteln noch einmal deutlich verstärkt“, weiß Grabmann.     

Bio-Qualität: Nicht immer teurer! In der Gastronomie hat sich dieser Trend allerdings noch nicht richtig durchgesetzt. So fallen laut Bio Austria nur drei Prozent der für die Gastronomie gekauften Lebensmittel in die Kategorie „Bio“, rund 400 der mehr als 41.000 Gastronomie-Betriebe sind bio-zertifiziert. Die Gründe für das Zaudern der Gastronomiebetriebe sind vielfältig: „Man schaut oft noch zu viel auf den Preis“, sagt dazu Josef Floh vom gleichnami-gen Restaurant in Langenlebarn, seit 2010 bio-zertifiziert. Das Argument des Preises und der damit verbundenen Wirtschaftlichkeit komme in Gesprächen schnell, weiß auch Mag. Michaela Russmann, die stellvertretende Obfrau der BiowirtInnen, einer selbstorganisierten Vereinigung österreichischer Bio-Gastronomen.


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02_21. Vielleicht interessiert Sie auch: