ZUKUNFT LANDWIRTSCHAFT

Vermittler zwischen den Generationen

Auf der einen Seite stehen Landwirte, die dringend einen Nachfolger für ihren Hof suchen. Auf der anderen Seite Interessierte, die einen bäuerlichen Betrieb über-nehmen wollen. Die Hofbörse „Perspektive Landwirtschaft“ bringt die beiden zusammen.


Rund sieben Bauernhöfe verschwinden in Österreich von der Bildfläche – und das pro Tag. Nicht immer ist es die wirtschaftliche Situation, die Landwirte zum Aufgeben bewegt. Oft ist es schlicht und einfach das Fehlen eines Nachfolgers, das dazu führt. Und das ist gar nicht so selten der Fall, wie eine im Vorjahr durchgeführte Befragung der KeyQuest Marktforschung zeigt. Demnach haben nur knapp die Hälfte der befragten Betriebsführer ab 50 Jahren die Nachfolge am Betrieb bereits geregelt. Bei 47 Prozent ist die Hofnachfolge noch nicht geregelt und bei vier Prozent stellt sich die Frage nicht, weil der Betrieb ausläuft. Im Falle einer geregelten Hofnachfolge ist es zu 93 Prozent ein eigenes Kind, das den Hof übernehmen wird. Bei vier Prozent bleibt der Hof in der Verwandtschaft und nur zwei Prozent greifen auf jemanden außerhalb der Familie zurück.

Bauer sucht Nachfolger.
„Die Nachfolge ist tatsächlich in vielen Betrieben ein riesiges Problem“, weiß auch Margit Fischer, MSc., Projektleitung Perspektive Landwirtschaft. Seit mehr als zwei Jahren ist die Plattform, eine Initiative des Netzwerks Existenzgründung in der Landwirtschaft, nun online. Ihr Ziel: Landwirte, die ihren Betrieb übergeben wollen, mit Suchenden zusammenzubringen. „Natürlich kann man Nachfolger auch weiterhin mittels Mundpropaganda, Inseraten oder Aushängen, beispielsweise in landwirtschaftlichen Schulen, suchen“, sagt Fischer. Diese beiden Varianten würden für beide Seiten jedoch einen größeren Aufwand bedeuten und mehr Unsicherheiten bergen.
„Man muss mehr Anfragen bearbeiten – und dann wissen beide Seiten oft noch nicht, worauf sie sich einlassen“, so Fischer. Wer sich auf der Hofbörse der Perspektive Landwirtschaft registrieren wolle, müsse hingegen einen Steckbrief erstellen. Darüber hinaus wird ein Fragebogen ausgefüllt. „Das hilft beiden Seiten, noch einmal ihre Wünsche und Vorstellungen zu reflektieren“, erklärt Fischer.

Weiter geht es in der aktuellen Print-Ausgabe.

Dieser Artikel erschien
02_20. Vielleicht interessiert Sie auch: