BIO-VERORDNUNG

Die Tücke liegt im Detail

Anfang 2021 tritt eine neue EU-Bio-Verordnung in Kraft, der zuvor erst noch die „Giftzähne gezogen“ werden mussten. Welche neuen Bio-Vorschriften und -Regelungen sie mit sich bringt, welche landwirtschaftlichen Bereiche davon besonders betroffen sein werden und welche Fragen dabei noch offenbleiben – ein Überblick zum aktuellen Stand.


Mehr als ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche wird in Österreich von 24.000 Betrieben biologisch bewirtschaftet. Entsprechend aufmerksam haben Österreichs Biobauern die Entwicklung der EU-Bio-Verordnung verfolgt, die mit 2021 in Kraft treten wird. Der Zeitpunkt der Umset­zung ist zumindest fix, ebenso der sogenannte „Basis-Rechtsakt“, der dabei die Richtung vorgibt. Inzwischen sollten längst auch die Detailfragen geklärt sein, wie dieser „Basis-Rechtsakt“ in die Praxis umgesetzt werden soll. Die entsprechenden Durchführungsbestimmungen müssten eigentlich seit 2019 geklärt sein – sind sie aber nicht.

Beginnen wir aber am Anfang: Bereits Anfang 2014 hatte die EU-Kommission einen Vorschlag für eine neue EU-Bio-Verordnung vorgelegt, die die bestehende Verord-nung aus dem Jahr 2007 ablösen soll. Mehr als drei Jahre und 18 Verhandlungs-runden zwischen EU-Kommission, Rat der Agrarminister und Europa­parlament waren anschließend notwendig, um sich auf Datum und „Basis-Rechtsakt“ zu verständigen und tritt am 1. Jänner 2021 in Kraft. Sie legt für die gesamte EU fest, wie Bio-Produkte erzeugt, ausgelobt, vermarktet und kontrolliert werden müssen, erläutert Markus Leithner von BIO AUSTRIA: „Dadurch beschreibt sie den höchsten einheitlichen Lebensmittel-Standard in der Europäischen Union. Die Einhaltung der Vorgaben wird regelmäßig geprüft, auf allen Ebenen. Nur dann gibt es eine Zertifi-zierung gemäß EU-Bio-Verordnung – und damit das EU-Bio-Logo.“
Die heute vorliegenden Bestimmungen sind allerdings noch unvollständig, da viele Detailregelungen, sogenannte sekundäre Rechtsakte, noch auf EU-Ebene diskutiert, beschlossen und publiziert werden müssen.


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Dieser Artikel erschien
02_20. Vielleicht interessiert Sie auch: