NATÜRLICHE ALLESKÖNNER

Alles aus Bambus

Bambus ist in Europa nicht heimisch. Dennoch breitet sich die Nutzung in vielen Lebensbereichen von Gärten über Bauwesen, Ernährung und Kosmetik bis hin zur Heizung aus.


Ein gepflegter Garten mit ein wenig exotischem Touch braucht unbedingt Bambus – das dachten sich viele Hobbygärtner vor einigen Jahren und pflanzten fröhlich darauf los. Als Sichtschutz gilt die extrem schnell wachsende Pflanze immerhin als ideale Wahl. Was allerdings viele nicht wussten, war, dass sie so gerne schnell wächst, dass ihr dann wenig Einhalt gebieten kann. Das wurde dann rasch zur Plage, sodass heute nur mehr langsam wachsende Zuchtsorten oder Bambus mit Wurzelsperre empfohlen werden. Die Wachstumsfreude brachte aber auch andere Vordenker auf den Plan, die nicht nur das Grünzeug wegen der CO2-Speicherung schätzen, sondern auch die Stämme mit ihren vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Was die Asiaten schon seit Jahrhunderten wissen, dass Bambus für zahlreiche Lebensbereiche als idealer Rohstoff dient, war schließlich auch in der westlichen Welt in den Köpfen angekommen.

Masse als Hauptmerkmal.
Bambus ist eigentlich eine ganze Familie von Süßgräsern, von denen manche verholzen – und dadurch breit nutzbar sind – und andere eher krautig bleiben und sich daher eher für den Garten oder als Heilkraut eignen. Die Halme sind hohl und werden je nach Art bis zu 30 Meter hoch. Insgesamt sind 1.000 bis 1.500 Arten bekannt, die in Regionen von den südlichen USA bis Chile, von West- bis Südafrika und vor allem in Asien und Ozeanien häufig vorkommen. Nur in Europa und in der Antarktis gibt es ursprünglich keinen Bambus. Er wächst sogar bis in eine Höhe von 4.000 Metern über dem Meer und lässt sich in Bambus der Tropen und Subtropen sowie jenen der gemäßigten Zonen unterteilen.
Weltweit sind rund 37 Millionen Hektar Land von Bambus bedeckt, davon gut sechs Millionen in China und neun Millionen in Indien. Pro Hektar können jährlich 10 bis 15 Tonnen Biomasse nachhaltig gewonnen werden, also ohne die Pflanze dauerhaft zu schädigen. Im Gegensatz zu Bäumen stirbt die Pflanze nicht, wenn der „Halm“ gefällt wird. Brauchbare Zahlen sind schon allein deshalb schwer zu bekommen, weil vieler-orts Bambus lokal und privat genutzt wird. Für rund 1,5 Milliarden Menschen stellt Bambus sogar die Lebensgrundlage dar.


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