NATÜRLICHE ALLESKÖNNER

Klein, schwarz, gesund

Seine Früchte sind schwarz, grün, violett oder manchmal auch knallrot, das Öl daraus gilt als beinahe universell einsetzbar, sein Holz ist wunderschön gemasert und sehr nützlich, die Blätter heilkräftig – schon eine simple Zusammenfassung der Nutzungsmöglichkeiten des Olivenbaums sprengt jeden Rahmen. „Alleskönner“ trifft hier den Nagel auf den Kopf.

Der Olivenbaum ist eine der ältesten Nutzpflanzen der Erde. Seit etwa dem vierten Jahrtausend vor Christus wird er kultiviert. Aber auch die Pflanze selbst kann sehr alt werden – oft mehrere hundert Jahre. In Vouves, Kreta, steht das älteste bekannte Exemplar, das mindestens 2.000, vielleicht gar 4.000 Jahre alt ist.

Gut Ding braucht Weile. Olivenbäume, auch Ölbäume genannt, brauchen lange zum Wachsen. Werden sie landwirtschaftlich genutzt, schneidet man sie zurück, um ihr Wachstum im Zaum zu halten. Viele alte Olivenbäume sind daher besonders knorrig und wild verzweigt. Geerntet wird etwa ab dem siebten Jahr, richtig ertragreich wird er erst nach etwa zwanzig Jahren. Die Früchte sind zunächst grün und werden im reifen Zustand schwarz oder violett-braun. Im Handel erhältliche schwarze Oliven sind jedoch oft gefärbt, grellgrüne oder rote Oliven ebenfalls. Roh sind die Früchte ungenießbar, doch durch mehrmaliges Einlegen in Wasser verlieren sie die Bitterstoffe und sind selbst ohne Konservierungsstoffe lange haltbar. Das macht sie besonders in warmen Ländern so besonders wertvoll.
Der Olivenbaum gilt als typisch mediterrane Pflanze, doch auch im nahen Osten oder in Südafrika wird er angebaut. Im Gartenhandel sind mittlerweile Olivenbäume und -bäumchen erhältlich, sie tragen aber nur selten Früchte, die auch geerntet und verarbeitet werden können. Das könnte sich recht bald ändern, denn Sabine Haider und Franz Günther haben im burgenländischen Mörbisch am See den ersten Olivenhain Österreichs angelegt. Das Klima kommt den Bäumen unterschiedlicher Sorten entgegen, nur die Winter setzen ihnen zu. Sabine Haider freut sich jedoch über den vergangenen Winter, der einigermaßen freundlich war – „im Dezember bis Anfang Februar durchschnittlich  kälter als im Vorjahr, aber recht temperaturstabil“.

Dieser Artikel erschien
02_19. Vielleicht interessiert Sie auch: