E-MOBILITÄT

Warten auf das „Right to plug“

Mit der Verbreitung der Elektro­mobilität steigt auch die Nachfrage nach Lademöglichkeiten im Wohnhaus. In wenigen Wochen soll nun der ursprünglich für Herbst 2020 geplante Geset-zesentwurf präsentiert werden, der die Installation von Ladeinfrastruktur im Wohnungs-eigentumsbereich erleichtern soll.


Die E-Mobilität nimmt weiter an Fahrt auf. Während sich die Zulassungszahlen benzin- und dieselbetriebener Pkw im Vorjahr deutlich rückläufig entwickelten, ist jene von mit alterna-tiven Kraftstoffen betriebenen Pkw nach Angaben der Statistik Austria 2020 um fast das Doppelte auf 50.060 Fahrzeuge gestiegen. Zum überwiegenden Teil ist diese Zunahme auf Benzin-Hybrid-Pkw zurückzu­führen (plus 105,5 Prozent auf 25.380 Fahrzeuge), ausschließ-lich elektrisch betriebene Pkw verzeichneten einen Zuwachs von plus 72,8 Prozent auf 15.972 Fahrzeuge. Auch E-Bikes erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit, so gehört Österreich mit einem E-Bike-Marktanteil von fast 40 Prozent zu den europäischen Spitzen-reitern.
Dennoch ist gerade im Pkw-Bereich noch viel Luft nach oben: Ende Dezember waren insge-samt 44.498 voll elektrische Pkw auf Österreichs Straßen unterwegs. Eine Hürde beim Um-stieg auf Elektroautos ist Studien zufolge das Vorhandensein einer hauseigenen Ladeinfra-struktur. Deren Realisierung ist allerdings aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen – sofern es sich bei den Gebäuden nicht um Einfamilienhäuser handelt – derzeit nur schwer realisierbar. „Will man als Wohnungseigentümer eine Ladestation installieren, braucht man dazu die Zustimmung aller anderen Miteigentümer. Ist man Mieter einer Wohnung, muss der Gebäudeeigentümer sein OK geben“, erklärt Rechtsanwalt Dr. Martin Prunbauer, Präsi-dent Österreichischer Haus- und Grundbesitzerbund. Erschwerend kommt im Wohnungs-eigentumsgesetz dazu, dass nicht abgegebene Stimmen von Wohnungseigentümern derzeit als Ablehnung gewertet werden.
Unter der Initiative „Right to Plug“ haben sich das Umwelt- und Justizministerium daher im Sommer des Vorjahres zum Ziel gesetzt, regulatorische Hindernisse bei der Implementierung und dem Ausbau von E-Lösungen im Wohnrecht, und da in einem ersten Schritt im Woh-nungseigentumsbereich, abzubauen. Damit soll nicht nur der EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie 2018/844 Rechnung getragen werden, sondern auch der Ausbau der E-Mobilität weiter gestärkt werden.

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