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Auslaufmodell Plastiksackerl

Ab dem Jahr 2020 sind nicht kompostierbare Plastiksackerl in Österreich verboten. Dieses Verbot ist Teil eines Maßnahmenpakets im Kampf gegen den Plastikmüll. Das stößt allerdings nicht überall auf uneingeschränkte Begeisterung.


Die jährlich anfallende Menge an Plastiksackerln wird vom Nachhaltigkeitsministerium mit insgesamt 5.000 bis 7.000 Tonnen angegeben. Jährlich werden im österreichischen Handel 750 Millionen Plastiksackerl  ausgegeben, so schätzt die Umweltorganisation Greenpeace. Dazu kommen dann noch jene, die von Imbiss-buden, Lieferservices und anderen in Umlauf gebracht werden. Weitere 388 Millionen dienen dem Einpacken von Obst und Gemüse. Neun von zehn dieser Sackerl werden übrigens nur ein einziges Mal – und zwar für rund 25 Minuten – benutzt, um danach auf dem Müll zu landen. Das Problem: Nur ein Teil davon wird recycelt, viele Sackerl landen stattdessen in der Natur.
Doch damit ist ab dem nächsten Jahr Schluss: Ab Jänner 2020 sind nach einem Beschluss des Ministerrats nicht recycelbare Plastiksackerl generell verboten. Bereits im Frühling 2015 hatte das Europaparlament übrigens eine EU-Richtlinie angenommen, mit dem Ziel, den Verbrauch von Plastiksackerln zu senken. Für die EU-Staaten bedeutete das eine verpflichtende Reduktion bis Ende 2019 mit einem Maximalverbrauch von 90 Plastiksackerln pro Person sowie das Ende der kostenlosen Abgabe bis Ende 2018. Als Plastiksackerl bzw. Tragetasche gelten all jene Produkte, die einen Henkel oder ein Griffloch haben. Davon nicht betroffen sind Tragtaschen aus Plastik, die sich innerhalb eines halben Jahres zu mindestens 90 Prozent zu Wasser, CO2 und Biomasse abbauen lassen. Ausnahmen vom Plastiksackerl-Verbot wird es keine geben. Gemeinsam mit Handel und Unternehmen wird jedoch an Lösungen und Übergangsbestimmungen für Einzelhändler und Kleinunternehmer gearbeitet.

Internationale Verbote. Mit dem Plastiksackerl-Verbot folgt Österreich einer Reihe von Staaten, die der Tragtasche bereits den Kampf angesagt haben. In Italien sind Sackerl, die aus nicht biologisch abbaubarem Material bestehen, bereits seit dem Jahr 2011 verboten. Frankreich hat 2016 nicht kompostierbare Plastiksackerl auf die rote Liste gesetzt.

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